Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

 Übersicht                                 
 Titel                                            
 Ausstellungen                        
 Nachruf                                       
 Zum Tod von
 Claus-Peter Gross
 Infothek                                    
 Brennpunkt                             
 Das Historische Rezept        
 Editorial 3/2002                       
 Termine 3/2002                      
 Impressum 3/2002                
 Kontakt                
 Archiv                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Nachruf

 

Zum Tod von Claus-Peter Gross

"Ich mach' jetzt keine großen Worte"

Claus-Peter Gross, geboren am 16. Januar 1923 in Berlin, verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren am 17. Juni 2002 in Berlin. Er hat von 1945 bis in die jüngste Zeit wichtige, vornehmlich historische Ausstellungen gestaltet und mit zahlreichen Projekten Ausstellungsgeschichte geschrieben.

Er stand nicht gern im Mittelpunkt. Dafür seine zahlreichen Ausstellungen um so mehr. Unermüdlich trat er für den Grundsatz ein, dass im Vordergrund einer Ausstellung stets die Wissensvermittlung stehe. Angefangen hatte Claus-Peter Gross seine Laufbahn unmittelbar nach Kriegsende als Werbeleiter der Camilla-Mayer-Hochseiltruppe. Lehraufträge und die Arbeit als Art Director einer Werbeagentur schlossen sich bis 1973 an.

Claus-Peter Gross

Claus-Peter Gross

Danach war er an zahlreichen Ausstellungen und als Berater des Aufbaustabs für das Haus der Geschichte in Bonn beteiligt. Unvergessen bleibt die 1995/96 in Bonn und Moskau präsentierte, von ihm gestaltete Ausstellung "Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland - Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion" - für ihn, der Stalingrad erlitten und überlebt hatte, eine Gratwanderung zwischen persönlicher Erinnerung und objektiver Darstellung.

1998 veranstaltete das Haus der Geschichte anlässlich seines 75. Geburtstags ein Symposion zur "Kultur des Gestaltens". Die mit ihm zusammenarbeiteten, nannte er bei dieser Gelegenheit "Leidensgefährten, die viel mit mir durchgemacht haben oder noch machen ... Dennoch sind wir immer Freunde geblieben". Damals versuchte er, seinen Geburtstag - wie er es gerne tat - in einem Gedicht auszudrücken. Nur um ein einziges Wort abgewandelt, kann dieses Gedicht heute wie sein Abschied von dieser Welt gelesen werden:

"Ich mach jetzt keine großen Worte, keine Schlagcreme auf die Erdbeertorte, ein derbes Brot, ein Leben lang, das hielt mich fit und macht auch schlank. Drum hab ich ungern nun vernommen, die Stunde, an der ich angekommen. Sie ist nun da. Was soll schon sein? ... So manches hab ich kommen seh'n, doch, Gott sei Dank, auch wieder geh'n. ... So sag ich eben, wie es ist, ein offenes Wort und keine List, wenn einer meint, ich sei ein Tor, bewahrt mich das doch sehr davor, das Dasein allzu ernst zu leben, um ständig am Erfolg zu weben. Und auch manch Irrung bringt uns weiter, drum seht Ihr mich beruhigt und heiter."

Claus-Peter Gross bleibt als Mensch und mit seinem Lebenswerk unvergessen.

Hermann Schäfer / Bernhard Graf

Ausstellungen, Projekte und Tätigkeiten (Auswahl)

  

1956-57

  

Interbau-Ausstellung "die stadt von morgen"

ab 1957

  

Ausstellungen für die amerikanischen Besatzungsbehörden

1957-59

  

Aufbau der Rosenthal-Studios in Selb

1959-63

  

verschiedene Lehraufträge

1962-73

  

Art Director einer Werbeagentur, u.a. Entwicklung Signet "Büssing"

1971

  

Ausstellung "Fragen an die deutsche Geschichte"

1975

  

Einrichtung der Bundeskanzler-Adenauer-Gedächtnisstätte in Rhöndorf

1976

  

"Puppe - Fibel - Schießgewehr"

1981

  

Planungsstab "Preußen - Versuch einer Bilanz"

1985-87

  

Berater für den Aufbau des Hauses der Geschichte in Bonn

1986

  

"Verliebt - Verlobt - Verheiratet. Eine Kindheit im Kaiserreich"

1987

  

Topographie des Terrors

1999

  

Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig

1999

  

"Geteilt - Vereint - Gefunden"

2002

  

"Miss Germany. Eine schöne Geschichte"

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang