Am Anfang der Ausstellung steht die Geschichte
eines Eklats von weitreichender Wirkung.
Wolf Biermann war auf Einladung der IG-Metall
zu einer Tournee in den Westen
gekommen, nachdem er in der DDR über ein
Jahrzehnt nicht mehr hatte öffentlich singen dürfen.
Sein erster Auftritt im Westen fand am 13.
November 1976 in Köln statt; es sollte zugleich
sein letzter als DDR-Bürger sein. Von 7.000 begeisterten
Zuhörern gefeiert, sang, rezitierte und
stritt Wolf Biermann dort für sein Ideal von einer
sozialistischen Welt ohne Unterdrückung und
Ausbeutung.
Wolfgang Niedecken gründete 1976 die Kölner Band BAP,
eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Mit ihren
ersten Schallplatten eroberte sie sofort die deutschen Charts.
In den 1980er Jahren engagierte sich die Band für politische und
gesellschaftliche Themen: Sie trat unter anderem auf dem
Festival gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage in
Wackersdorf und im Bundestagswahlkampf der Grünen auf.
Die Ausstellung "Mauersprünge" zeigt Exponate von der
geplanten Tournee durch die DDR 1984.
Wie hat bildende Kunst zeitgleich, aber in politisch und territorial
getrennten Gruppen und Strömungen die 1980er Jahre begleitet und
kommentiert? Wie unterscheidet sich der Blickwinkel aus Dresden,
Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Köln oder Berlin?