3/2003

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 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

Titel

 

Panzerabwehrkanone und
Geheimkamera

Der 17. Juni 1953 in Bonn und Leipzig

Ein Tag, zwei Staaten, zwei Sichtweisen und zwei Museen, die diesen Tag unterschiedlich präsentieren: Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig zeigt den 17. Juni in Zusammenhang mit der Übermacht des großen Bruders Sowjetunion, im Haus der Geschichte in Bonn ist er Teil der "deutschen Frage".

Besatzungspolitik und militärische Präsenz der Sowjetunion bestimmten in der frühen Nachkriegsgeschichte die Entwicklung im Osten Deutschlands. Schon am Beginn der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig wird dies für den Besucher anschaulich. Eine Großvitrine mit Exponaten zur Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre ist zugleich "Fenster" und gewährt einen vorausschauenden Blick in den Ausstellungsbereich, der an den Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnert. Zentrales Objekt ist eine Panzerabwehrkanone: Symbol für das militärische Eingreifen der Sowjetunion, für das Einschüchtern und Zurückdrängen der protestierenden Massen, auch für das Scheitern des Aufstands. Auf drei großen Monitoren sind Originalfilme von den dramatischen Ereignissen in Berlin zu sehen. Großfotos und Zeitungen spiegeln die Bedeutung dieses Tages wider.

Panzerabwehrkanone im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Geheimkamera im Haus der Geschichte in Bonn

In der Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn ist die Einheit eingebunden in die Präsentation der "deutschen Frage" und der unterschiedlichen außenpolitischen Wege, die die beiden deutschen Staaten nach ihrer Gründung 1949 einschlagen. Die Gestaltung greift die "herausragende" Bedeutung des 17. Juni 1953 bei der Einbeziehung der DDR in den Ostblock wörtlich auf: Quer in den Besucherweg ragt eine Tafel, die auf der Vorderseite das Großfoto der Demonstranten in Berlin zeigt und auf der Rückseite - aus dem zeitlichen Rückblick - sowjetische Panzer, die den Aufstand niederschlagen. Integriert in eine Vitrine liegt eine Geheimkamera in einem ausgehöhlten Buch, mit der ein Pressefotograf spektakuläre Fotos von den Ereignissen in Ost-Berlin machte.

In beiden Häusern informieren Fotografien, Plakate, Dokumente und Objekte über die Forderungen der Streikenden, die Reaktion der Machthaber, die Folgen der Proteste und Demonstrationen in fast 700 Orten. Filmdokumente und Zeitzeugenberichte bieten über anwählbare Filmbeiträge vertiefende Informationen zu Ursachen, Verlauf und Folgen des Aufstands. Dabei wird deutlich, wie gegensätzlich die offizielle Bewertung des 17. Juni in der Bundesrepublik und in der DDR war.

Anne Martin / Hanno Sowade

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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