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mm Frau Walther, mit welchen Repressionen von Seiten des DDR-Staates mussten Sie kämpfen, während Ihr Mann in Bautzen inhaftiert war?
Walther Eigentlich mit keinen. Ich hatte Glück. Eine Schulrätin, die Kommunistin war, schützte mich. Deshalb verlor ich auch nicht meinen Arbeitsplatz, obwohl das vielen passierte, deren Angehörige verhaftet wurden. Jedoch wurde ich ständig kontrolliert und beobachtet. Die Pionierleiterin an der Schule schrieb regelmäßig Dossiers über mich und meine Briefe wurden gelesen.
mm Wie erlebten Sie den 17. Juni 1953?
Walther Ich hörte RIAS Berlin und erfuhr von den dortigen Aufständen. Ich sprach mit meinen Eltern und mit Freunden über das Geschehen. Doch überall musste man befürchten, dass Spitzel der SED mithörten. Der so genannte deutsche Blick: Rechts und links gucken, ob niemand zuhört, war allgegenwärtig.
mm Welche Stimmung herrschte unter der Bevölkerung in Döbeln?
Walther In Döbeln wurde nicht demonstriert. Russische Kasernen lagen direkt am Stadtrand. Schließlich fuhren am Achtzehnten auch in Döbeln russische Panzer durch die Straßen, um die Einwohner einzuschüchtern. Es durften damals nicht mehr als zwei Menschen zusammenstehen, sonst wurde Konspiration befürchtet.
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