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Facettenreich
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Rückblick auf die Wechselausstellungen |
| Wechselausstellungen ergänzen im Zeitgeschichtlichen Forum die
Dauerausstellung zu den Themen Diktatur, Opposition
und Widerstand in der DDR und lenken den Blick über die Staatsgrenzen
hinweg. Das inhaltliche Spektrum reicht von der nachrichtendienstlichen
Tätigkeit im geteilten
Deutschland über
den innerdeutschen Kulturaustausch bis zum wechselvollen
Mit- und Gegeneinander von Deutschen, Tschechen
und Slowaken.
"Die wechselnden Ausstellungen des Hauses sind immer gut und
spannend gemacht und stellen eine interessante Ergänzung zur Dauerausstellung
dar. Ich komme deswegen immer wieder gern hierher", schrieb jüngst
eine Besucherin in das Gästebuch
des Museums.
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Wolfgang Niedecken
mit einem
Fan-Club in der Ausstellung
"Mauersprünge", 2003
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So wie sie denken offensichtlich
viele. Seit Eröffnung im Oktober 1999 sahen bisher etwa 300.000
Besucher die elf Wechselausstellungen und sieben
Präsentationen
im Foyer. Mit der Karikaturenausstellung "Für Freiheit -
gegen Unrecht" des deutschen Zeichners Fritz Behrendt eröffnete
das Zeitgeschichtliche Forum Ende 2000 seine erste
eigene Wechselausstellung. Mit der nachfolgenden
Ausstellung "Foto-Anschlag" (Juli - Oktober
2001) wurde nicht nur das sozialdokumentarische Schaffen
von vier Generationen ostdeutscher Fotografen gewürdigt, sondern
zugleich ein ungeschminkter Einblick in den Alltag
der DDR gegeben. Diese Ausstellung erfreute
sich ebenso eines starken Besucherzuspruchs wie "Duell im Dunkel.
Spionage im geteilten Deutschland" (Dezember 2002 - April
2003), die anhand ausgewählter Spionagefälle aus der Zeit
des Kalten Kriegs die Wechselbeziehungen zwischen
Mythos und Realität
aufdeckte.
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Mit den "Mauersprüngen" wurde nicht nur
thematisch Neuland beschritten. Erstmals fand
eine Wechselausstellung in Zusammenarbeit mit
lokalen und überregionalen
Partnern statt. Diese Schau über Kunst
und Kultur der 1980er Jahre im gespaltenen Deutschland
war Teil der Doppelausstellung "Klopfzeichen".
Das Zeitgeschichtliche Forum realisierte sie
gemeinsam mit dem vis-a-vis gelegenen Museum
der bildenden Künste
Leipzig sowie mit finanzieller Unterstützung
der Bundeszentrale für politische Bildung. Nach ihrer Präsentation
2002 wanderte die viel beachtete Doppelausstellung ins Folkwang Museum
Essen und wurde abschließend in Berlin gezeigt. |
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"Nur noch die Lindenstrasse" - Den Alltag mit und
vor der Mattscheibe karikierte der Leipziger
Andreas J. Mueller mit seinen Cartoons.
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Schon das erste Ausstellungsprojekt
von 1994 - " Zum Herbst
`89. Demokratische Bewegungen in der DDR" - , von der Arbeitsgruppe
geschaffen, die der Gründung des Zeitgeschichtlichen Forums vorausging,
war nach Leipzig auch in Berlin und Bremen erfolgreich.
Die Behrendt-Ausstellung wurde von der Stiftung Stadtmuseum
Berlin übernommen.
Und die Wanderausstellung zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes
vom 17. Juni 1953 zu Opposition und
Widerstand in der DDR, war 2003 in zehn deutschen Städten zu sehen.
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Im Mittelpunkt der Planungen für Wechselausstellungen steht der Austausch
zwischen den beiden Museen der Stiftung in Bonn und Leipzig.
Hierdurch kann der Vorteil, über zwei Standorte
zu verfügen, ausgeschöpft
werden. So konnten die Besucher in Bonn bereits die Ausstellungen "Foto-Anschlag" und "
Duell im Dunkel" sehen, die in Leipzig entstanden. Und umgekehrt
wurden Bonner Ausstellungen in Leipzig gezeigt, wie "Bilder, die
lügen" über
die Manipulation von und mit Bildern in Geschichte und
Gegenwart, die beeindruckende Langzeitbeobachtung der
Fotografin Herlinde Koelbl "Spuren
der Macht" sowie "Am
siebten Tag" zur Kulturgeschichte des Sonntags und - in
stark erweiterter Form - die Ausstellung
zur Geschichte der Misswahlen in Deutschland. Diesen
erfolgreichen Weg gilt
es weiter zu beschreiten, um die enge Vernetzung
und das gemeinsame
Wirken optimal
zu nutzen.
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Als es in der DDR noch Werbung gab: FEWA-Johanna
auf ihrer Waschmaschine vom Typ WM 66
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Außerdem wurde die Zahl der Ausstellungen im Zeitgeschichtlichen Forum
durch eine Reihe von kleineren Foyerausstellungen bereichert, z. B. anlässlich
der Leipziger Museumsnacht im Mai 2001 über den Alltag in der DDR mit "Flieg
Johanna, Flieg", anknüpfend an die bekannte DDR-Werbefigur der "FEWA-Johanna".
In "SpotT an!" fragten die Cartoons des Leipziger Künstlers
Andreas J. Mueller auf humoristische Weise nach der Fernsehkultur
der Deutschen. Einem weitaus ernsteren Thema widmete
sich die Präsentation "Das
verschwundene Sudetenland". Historische und aktuelle Fotografien
aus dem deutsch- tschechischen Grenzgebiet zeigten die
Veränderungen
der Landschaft, der Besiedelung in den letzten sechzig
Jahren. Die Ausstellung "Leben hinter der Zuckerbäcker-Fassade" thematisierte
das Leben der Erstbewohner der Stalinallee in Berlin.
In Kooperation mit der Galerie am Sachsenplatz
und dem Museum der bildenden Künste in Leipzig entstand
im Sommer 2004 eine einmalige Präsentation
mit letzten Werken des kurz zuvor verstorbenen Leipziger
Malers Werner Tübke, die mit einem Symposion
zu seinem Schaffen eröffnet wurde. Mit der
im Juni 2004 bereits zum dritten Mal in Folge übernommenen "Rückblende",
die die besten Pressefotografien und Karikaturen des
jeweils vorausgegangenen Jahres vorstellt, besteht
eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Landesvertretung
Rheinland-Pfalz und dem "Spiegel".
Und gegenwärtig entsteht
mit dem Mitteldeutschen Rundfunk eine Wanderausstellung,
die eine mehrteilige TV-Dokumentationsreihe
unter dem Titel "Damals
in der DDR" ergänzen wird. Ausstellungsbeginn
ist der 28. Oktober 2004.
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