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Von
Zäunen, Maschinen und Gemälden
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Objekte aus den Sammlungen |
| Rund 60.000 Objekte hat das Zeitgeschichtliche
Forum Leipzig seit Sammlungsbeginn 1994 über Ankäufe,
Schenkungen oder Dauerleihnahmen erworben. Schwerpunkte
sind die Themen der Dauerausstellung: Geschichte
von Diktatur, Widerstand und Zivilcourage in der DDR
vor dem Hintergrund der deutschen
Teilung.
Aus vielfältigen Angeboten von Privatpersonen, auf Auktionen sowie
durch gezielte Suche recherchiert und erwirbt das Zeitgeschichtliche
Forum geeignete Objekte, die helfen, wichtige Ereignisse lebendig zu
vermitteln.
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Moritz Götzes Bild "Brigade Mamai" -
Schmelzer Nationalpreisträger Hübner hilft seinen Kollegen (nach Walter
Dötsch), 2003
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Hier einige Beispiele: Für Zwangsmaßnahmen der sowjetischen
Besatzungsmacht stehen u.a. Dokumente der Firma Gebr.
Wetzel. Die Firma für Getriebe- und Transmissionsbau - 1886
gegründet - wird
1946 als Reparationsleistung in eine sowjetische AG überführt.
Diesen "Akt der Übergabe der Maschinenfabrik Gebr. Wetzel - Leipzig
als Eigentum der Union der Sowjetischen Sozialistischen
Republiken für
Rechnung der Reparation" belegt eindrucksvoll die in der Dauerausstellung
präsentierte Mappe.
Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund propagiert Ende der
1950er Jahre massiv die Bewegung "Sozialistisch arbeiten, lernen
und leben". Dies verdeutlicht das
Gemälde "Brigade Mamai" von Walter Dötsch von
1961. Das Original veranschaulicht das Konzept des "Bitterfelder
Wegs". Im April 1959 fordert
Walter Ulbricht in Bitterfeld, in einem der größten
Chemiekomplexe der DDR, die Verknüpfung von Industrie und Kunst.
Die SED versucht unter der Arbeiterschaft tatsächliche oder vermeintliche
Talente zu mobilisieren. Die Brigade "Nikolai Mamai" aus
dem Bitterfelder Aluminumwerk tritt Anfang 1959 als erstes
Arbeitskollektiv der DDR zum Wettbewerb um den Titel "Brigade
der sozialistischen Arbeit" an.
Sie wird damit zum Vorreiter der Bewegung "Sozialistisch arbeiten,
lernen und leben". 2003 überarbeitet
Moritz Götze dieses Motiv, wobei er den Bilderwelten
des sozialistischen Realismus treu bleibt, aber die Vorlage
mit Mitteln der Pop Art verfremdet. Beide Werke sind in der
Dauerausstellung zu sehen.
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Darüber hinaus
bietet jede Wechselausstellung die Gelegenheit, Objekte
unter einem völlig neuen Aspekt zu recherchieren,
um sie dann in den Sammlungsbestand zu übernehmen.
So erwarb das Zeitgeschichtliche Forum im Rahmen
der Vorbereitung der Wechselausstellung "Duell im Dunkel. Spionage
im geteilten Deutschland" einen Schieber
zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Texten. Der
britische Geheimdienst nutzte dieses behelfsmäßige
Unterrichtsmaterial zur Schulung seiner Mitarbeiter
im besetzten Deutschland.
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Top secret: Ein "Schieber" des
britischen Geheimdienstes zur Schulung
der Nachwuchsspione im besetzten Deutschland
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In der
aktuellen Ausstellung "Nähe und Ferne. Deutsche, Tschechen
und Slowaken" wird ein erinnerungsbeladenes, authentisches Exponat
gezeigt: ein Zaunfeld der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Als die Tschechoslowakei die Grenze zu Ungarn für Ostdeutsche
schloss, kletterten im September 1989 ostdeutsche Flüchtlinge
genau über diesen Botschaftszaun. Diese Bilder gingen um die Welt.
Als im Jahr 2001 der Zaun erneuert werden musste, bot sich die Gelegenheit,
dieses Zeitdokument nach Leipzig zu holen.
Tilla Stöckig
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