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Grenze, Kontrollen, Tränen

Dokumentation zum Grenzübergang Friedrichstraße

Seit dem 10. Juni präsentiert die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die Ausstellung "Elvis in Deutschland" im Berliner Tränenpalast. Sie nimmt die Präsentation zum Anlass, um im Foyer des Gebäudes eine Dokumentation zum ehemaligen "Grenzübergang Friedrichstraße" einzurichten.

Ausstellung im Tränenpalast

Der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße ist ein Symbol der Teilung Deutschlands. Ausgestellte Dokumente - Passierscheine, Einreisebestimmungen und andere Zeugnisse - verweisen auf Repressalien während der Pass- und Zollkontrollen an den Abfertigungsschaltern der DDR-Grenzpolizei. Medienstationen präsentieren erfolgreiche Fluchtversuche aus dem Osten. Ein Lehrfilm des Ministeriums für Staatssicherheit zeigt in anschaulichen Bildern, wie ein Bundesbürger überführt wird, der versucht, mit falschem Pass in die DDR einzureisen. Großformatige Fotografien dokumentieren Abschieds- und Begrüßungsszenen, die Warteschlangen vor den Abfertigungsschaltern und den Abbau der Grenzanlagen.

Am 13. August 1961 riegelt die DDR die Grenzen nach West-Berlin hermetisch ab, um die Flüchtlingsströme zu stoppen und den drohenden ökonomischen Zusammenbruch der DDR zu verhindern. Damit ist das letzte Schlupfloch Richtung Westen geschlossen. Die innerdeutsche Grenze und die Grenze um die westlichen Sektoren Berlins sind zu diesem Zeitpunkt bereits in ihrer gesamten Länge mit Stacheldraht und Minensperren "gesichert".

In den folgenden Monaten wird die Berliner Mauer mit ihren lebensgefährlichen Sperranlagen weiter ausgebaut. Die Teilung Deutschlands scheint nun auf Dauer vollzogen. 17 Millionen Menschen in der DDR sind plötzlich eingesperrt. Selbst der Besucherverkehr von West nach Ost wird erst durch die zwischen 1963 und 1966 von Vertretern des West-Berliner Senats und der DDR ausgehandelten Passierscheinabkommen möglich.

Der Bahnhof Friedrichstraße dient bis zur Wiedervereinigung als Grenzübergang. Durch ein Labyrinth aus Gängen, Treppen und Räumen wurden die verschiedenen Teile des Bahnhofs miteinander verbunden. Von Ost-Berlin kommend gelangten die Menschen in die 1962 errichtete Grenzabfertigungshalle. Diese erhielt wegen der oft tränenreichen und bedrückenden Abschiedszenen vom Volksmund bald den Namen "Tränenpalast". Heute ist das Gebäude einer der wenigen authentischen Orte in Berlin, die noch an die Zeit der Mauer und des Kalten Kriegs erinnern.

Die Stiftung Haus der Geschichte bringt mit der Dokumentation dieses eindrucksvolle historische Gebäude der Teilung Deutschlands wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie will den Ort der historischen Erinnerung auch in Zukunft weiter profilieren. Der Berliner Senat unterstützt die Stiftung in diesem Bemühen: Der Tränenpalast ist Teil des Gedenkkonzepts Berliner Mauer, das der Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin, Thomas Flierl, im April 2005 der Öffentlichkeit vorstellte.

Tuya Roth/Jürgen Reiche

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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