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Einfach, verständlich und knallhart
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Der Karikaturist Walter Hanel wird 75
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Walter Hanel feiert in diesem
Jahr seinen 75. Geburtstag.
Das Haus der Geschichte
ehrt einen der bedeutendsten
deutschen Karikaturisten
der Nachkriegszeit mit der
Ausstellung "Haneluja.
Walter Hanels Karikaturen
1965-2005", die seit dem
8. September 2005 in Bonn
zu sehen ist.
Seit 40 Jahren verfolgt Walter Hanel Tag
für Tag die politische Entwicklung. Tausende
politische Zeichnungen entstehen in dieser
Zeit, eine dichte Bildchronik der Zeitgeschichte,
die sich fast vollständig in den Sammlungen
des Hauses der Geschichte befinden.
Bereits als Student veröffentlicht Walter
Hanel 1957 bis 1959 erste satirische Arbeiten
in der seit 1954 wiedererscheinenden Wochenzeitschrift "Simplicissimus". Anschließend
macht er als freier Mitarbeiter
beim Westdeutschen Rundfunk
unter anderem Zeichentrickfilme
für das Kinderprogramm,
die schnell populär
werden. 1963/64 veröffentlicht
er in der Wirtschaftszeitung "DM" Cartoons.
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Turmbau zu Brüssel, 1982
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Seit 1965 publiziert er
regelmäßig politische Karikaturen
in Tages- und Wochenzeitungen
unterschiedlicher
politischer Couleur: zunächst
in der Wochenzeitschrift "Christ und Welt/Rheinischer
Merkur", 1976 bis 1979 in "Pardon" und dem "Zeit-Magazin",
seit 1972 im "Kölner Stadt-Anzeiger" und von 1981 bis 2000 in der "Frankfurter Allgemeinen
Zeitung". Hanel ist kein Parteigänger.
Er sieht seine Aufgabe darin, "politisch komplizierte
Zusammenhänge in ganz einfacher,
aber knallharter Weise dem Leser verständlich
zu machen." Er vermeidet dabei ausdrücklich
die Attitüde des Besserwissers, des Oberlehrers,
der mit gezeichneter Didaktik und pädagogischen
Belehrungen den Betrachter nervt.
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Hanels virtuoser Strich begleitet die Geschichte
der Bundesrepublik auch in einer
Phase tiefgreifender Veränderungen: Vom Kalten
Krieg zur Vereinigung Deutschlands, von
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur
Europäischen Union und von der D-Mark zum Euro. Andererseits vermitteln die Zeichnungen
aber auch das Bild einer Republik im Stillstand.
Hanels Kommentare zur Massenarbeitslosigkeit,
für Umwelt-, Gesundheits- und Rentenpolitik
aus den 1970er und 1980er Jahren sind
auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch
aktuell. 1983 zeichnet er zum Beispiel den
deutschen Michel, dem der Aufstieg zum
Gipfel unter der Last des Sozialstaats erschwert
wird.
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Die Lasten des Sozialstaats - 1995
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Auch für Langzeitprobleme der internationalen
Politik findet Hanel Bilder ohne Verfallsdatum,
oft auf der Grenzlinie zwischen Tragik
und Komik. Hanel verbindet dabei immer wieder überraschende und künstlerisch herausragend
umgesetzte Bildideen mit Inhalten, die
politische Ereignisse auf den Punkt bringen.
Hanel gelingt es so, seit Jahrzehnten einen
Spitzenplatz unter den deutschen Karikaturisten
zu halten und darüber hinaus als einer der
wenigen deutschen Zeichner internationale
Anerkennung zu gewinnen.
Ulrich Op de Hipt
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