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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig           
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 Haus der Geschichte, Bonn

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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

 

Zeichenstift und Pfeil

Rückblick auf eine Ausstellungseröffnung

Vergnügliches und Nachdenkliches erwartete die Gäste bei der Eröffnung der Wechselausstellung "Unterm Strich - Karikatur und Zensur in der DDR" am 21. April 2005 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Einführend erinnerte der Schriftsteller Günter Kunert aus seinen persönlichen Erfahrungen mit der Satire in der SED-Diktatur.

"Unser frecher Zeichenstift ist ein Pfeil, der immer trifft", hieß es in der satirischen "Hymne" der DDR-Karikaturisten.

Mehr als 350 Gäste besuchten die Eröffnung der Ausstellung.

Die 1981 entstandene Komposition erklang zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung zur Wechselausstellung "Unterm Strich - Karikatur und Zensur in der DDR" am 21. April 2005 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Drei Sänger des Leipziger Improvisationstheaters "Theaterturbine" gaben den humorvollen Prolog zu einem unterhaltsamen Abend rund um die Ausstellung, die mit mehr als 300 Originalwerken von rund 100 Künstlern eine Bilanz der Karikatur in der DDR zieht.

Hermann Schäfer, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, und der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums, Rainer Eckert, konnten zahlreiche Karikaturistinnen und Karikaturisten persönlich begrüßen, die als Leihgeber zur Eröffnung gekommen waren. Der Schriftsteller Günter Kunert, der vor seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik 1979 selbst für Satirezeitschriften in der DDR schrieb und zeichnete, erinnerte in seiner Einführung an die schwierigen Voraussetzungen für die Satire in der SED-Diktatur.

Die Ausstellung präsentiert Karikaturen und "Plastikaturen" genannte humoristische Kleinplastiken aus Privatbesitz, Museen und Archiven, eingebettet in den historischen Kontext. Zahlreiche Objekte, Fotos, Dokumente und audiovisuelle Medien machen die Rahmenbedingungen der Entstehung und Publikation gezeichneter Satire in der DDR anschaulich. Zensierte und gewagte Blätter zeigen den Mut und Einfallsreichtum der Zeichenkünstler, die sich von den Parteifunktionären nicht mundtot machen ließen.

Sänger des Improvisationstheaters "Theaterturbine"

Mehr als 350 Gäste genossen am Eröffnungsabend wieder belebte Erinnerungen und überraschende Aha-Erlebnisse. Viele Zeichnerinnen und Zeichner freuten sich über das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen. "Unterm Strich": Ein gelungener Auftakt für eine interessante Ausstellung, die bis zum 9. Oktober 2005 in Leipzig und anschließend im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen ist.

Daniel Kosthorst

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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