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 Haus der Geschichte, Bonn

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Flucht, Vertreibung, Integration

Eröffnung der erfolgreichen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

In Bonn sahen mehr als 140.000 Besucher die Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration". Am 17. Mai wurde sie in der Hauptstadt im Deutschen Historischen Museum eröffnet, wo sie bis zum 27. August zu sehen war.

Themenwand "Vertriebenenverbände" in der vom Haus der Geschichte konzipierten Ausstellung

Bei der Eröffnung sprach Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB von der Verantwortung, das Vergangene in Bezug auf seine Bedeutung für unser Leben heute abzuwägen, vielleicht auch neu zu gewichten.

Panoramaaufnahme in der Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration"

"Der Wunsch nach Vergewisserung in der Vergangenheit ist eine wesentliche Ursache für den Erfolg vieler Ausstellungen. Dies gilt auch für die Ausstellung, die wir hier und heute eröffnen." Weiter schilderte er die Pläne der Regierung, eine Ausstellung zum Thema Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung aufzubauen. Dabei solle, so Neumann, die Wechselausstellung des Hauses der Geschichte das "Herzstück" des künftigen "Sichtbaren Zeichens" sein, wie der Koalitionsvertrag der Bundesregierung formuliert.

Der tschechische Schriftsteller Pavel Kohout forderte Deutsche und Tschechen erneut dazu auf, die Chance zur gemeinsamen Aufarbeitung zu ergreifen und den Weg in eine gemeinsame Zukunft zu ebnen: "Überlassen wir die Vergangenheit den Historikern, Journalisten und Künstlern, fordern wir von unseren Politikern, dass sie uns die Wege in die Zukunft ebnen", sagte Kohout in Berlin und ergänzte: "Suchen wir, ganz im Gegenteil, alles, was uns in der Vergangenheit einigte, versuchen wir so viel wie möglich aus dem gemeinsam geschaffenen Gut zu retten, das in den Feuersbrünsten des 20. Jahrhunderts verloren ging." Hans Ottomeyer, Deutsches Historisches Museum, und Hans Walter Hütter, Haus der Geschichte, lobten die enge Zusammenarbeit der beiden Häuser.

Die Ausstellung widmet sich mit der exemplarischen Betrachtung von Flucht- und Vertreibungsbewegungen im 20. Jahrhundert einem hochaktuellen Thema. Zwischen 60 und 80 Millionen Menschen müssen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allein in Europa ihre Heimat verlassen. Durch den vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg erreichen Flucht und Vertreibung eine neue, erschreckende Dimension. Die Deutschen sind mit bis zu 14 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen am stärksten betroffen. Ihre Eingliederung stellt Nachkriegsdeutschland vor große Herausforderungen, ihr Schicksal ist Thema bis in die Gegenwart. Die Ausstellung beleuchtet nicht nur das unmittelbare Geschehen von Flucht und Vertreibung, sondern auch den vielfältigen Integrationsprozess der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.

Meike Rosenplänter

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin
10-18 Uhr

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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