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Die Welt zu Gast im Wohnzimmer
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50 Jahre tägliche Ausstrahlung der Tagesschau
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Sie ist die älteste und
bekannteste Nachrichtensendung
im deutschen
Fernsehen: die Tagesschau.
Als am 1. Oktober 1956 die
ARD mit ihrer täglichen
Ausstrahlung beginnt, steckt
das Fernsehen noch in den
Kinderschuhen. Nur wenige
tausend Menschen können
die Tagesschau damals empfangen,
heute sehen bis zu
zehn Millionen zu.
"Guten Abend, meine Damen und Herren",
mit dieser Grußformel beginnt jeden Abend die
Tagesschau. Punkt 20 Uhr. Egal, was in der
Welt passiert: Eine Viertelstunde lang wird
das globale Geschehen geordnet, werden die
Nachrichten verlesen. Und zwar vom Nachrichtenblatt.
Mögen die anderen Sendungen
längst den Teleprompter benutzen, bei der
Tagesschau wird auch heute noch vom Blatt
abgelesen. "Der Zuschauer glaubt keinem
Sprecher, dass er all das Gesagte auswendig
kennt", erklärt Wilhelm Wieben, "er glaubt
ihm erst, wenn er die Blätter vor ihm sieht".
Wieben weiß wovon er spricht, von 1972 bis
1998 war er selbst Sprecher der Tagesschau.
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Prägte von 1959-1987 das Sendeformat der Tagesschau: Karl Heinz Köpcke
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Das Nachrichtenblatt ist längst zum Markenzeichen
von Deutschlands wichtigster
Nachrichtensendung geworden. Umso erstaunlicher
ist, dass es zunächst gar keinen
Sprecher und damit auch kein Nachrichtenblatt
gegeben hat. Als die erste Tagesschau
am 26. Dezember 1952 über den Bildschirm
flimmert, ist sie ein Zusammenschnitt kurzer
Filmsequenzen. Gemeinsam mit zwei Cutterinnen
durchstöbert Martin S. Svoboda, der
erste Chefredakteur der Tagesschau, regelmäßig
das Filmmaterial der Wochenschau und
stellt daraus seine Sendung zusammen.
Der Anfang ist schwierig. Zunächst als "Radionachrichten mit Bild" verspottet, gewinnt
das Format jedoch schnell Kontur. Bald
erhält die Redaktion einen eigenen Kameramann
und schließlich gelingt der Durchbruch:
Am 1. Oktober 1956 beginnt die ARD mit der
täglichen Ausstrahlung. Jeder einzelne ARD-Sender liefert jetzt Exklusivbeiträge, dazu kommen eigene Reporter und Kameraleute. Die Zeiten der Zweitverwertung sind vorbei.
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Chefredakteur Hans-Joachim Reiche (l.) und Hartwig von Mouillard stellen in den 1960er
Jahren das damals aktuelle Logo der Tagesschau vor.
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Mit der täglichen Ausstrahlung steigt auch
der Anspruch: Keine Gerüchte, nichts aus dem
Vermischten, sondern "echte Nachrichten" sollen die Tagesschau prägen. Deren zweiter
Chefredakteur Hans-Joachim Reiche entwickelt ab 1960 die bis heute gültigen Grundsätze: "Die politische Information ist das Zentrum
jeder Nachricht. Die anderen Ressorts
bekommen ihren Platz je nach Gewicht." Oder: "Die Nachrichten müssen für alle sein, egal, ob
jung oder alt, arm oder reich. Deshalb sollen
die Informationen leicht verständlich formuliert
sein."
Zu dieser Zeit erhält die Tagesschau auch
ein Gesicht. Karl-Heinz Köpcke vom NDR Hörfunk
liefert ab 1959 einen fünfminütigen
Wortblock. Ein Jahr später werden Wort-
und Film-Nachrichten gemischt - damit ist
die noch heute gültige Form der Tagesschau
gefunden.
Bereits 1962 kann der damalige
ARD-Vorsitzende Hans Bausch sagen: "Für Millionen deutscher Staatsbürger ist die Tagesschau zu einer selbstverständlichen Gewohnheit geworden." Und daran hat sich bis heute nichts geändert.
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"Miss Tagesschau" Dagmar
Berghoff im Kreis ihrer
Kollegen: Werner Veigel,
Wilhelm Wieben und
Karl Heinz
Köpcke (v.l.n.r.), 1976
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Martin Ludwig Hofmann
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