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 Haus der Geschichte, Bonn

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Editorial

 

Editorial

Verlust der Heimat

Neue Ausstellung in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin

"Ich musste gehen, weil ich Jude bin. Plötzlich stand ich als Fremder in der geliebten Welt, aus der ich nie weggehen wollte." Diese eindringlichen Worte eines von den Nationalsozialisten aus seiner Heimat vertriebenen Deutschen beschreiben die Verzweiflung der Menschen, die nach der "Machtergreifung" Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 zur Flucht gezwungen waren. Sie empfanden diese Entwurzelung als äußerst schmerzlich und standen in den meisten Fällen vor einem ungewissen Neubeginn in den Aufnahmeländern. Dieser Exodus riss gewaltige Lücken in die deutsche Gesellschaft - man denke nur an Albert Einstein und Max Horkheimer.

Unsere neue Ausstellung "Heimat und Exil. Jüdische Emigration aus Deutschland nach 1933" macht die alltägliche Tragödie sichtbar, die der Verlust der angestammten Heimat zur Folge hat.

Anlässlich einer Diskussionsveranstaltung über den Film "Das Leben der Anderen" im Juni 2006 war Bundespräsident Horst Köhler, hier mit Hans Walter Hütter, zu Gast im Haus der Geschichte.

Aufwühlende Einzelschicksale zeigt die neue Wechselausstellung, sie gewährt zugleich Einblicke in den zeithistorischen Hintergrund der nationalsozialistischen Diktatur wie auch in ausgewählte Zufluchtsorte in der ganzen Welt.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Jüdischen Museum Berlin und unserer Stiftung. Sie wird ab dem 29. September 2006 zunächst bei unserem Berliner Partner zu sehen sein, ab Frühjahr 2007 in Bonn und anschließend in unserem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Diese Ausstellung ist ein erneuter Beleg für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Stiftung mit Institutionen im In- und Ausland.

Eine andere Präsentation ist bereits ab dem 7. September 2006 in Bonn zu sehen: Im Bundeshaus öffnet unsere kleine Ausstellung zur Bedeutung und Geschichte des Föderalismus ihre Pforten. Wir werden in erster Linie den Vorraum des ehemaligen Sitzungssaales des Bundesrates nutzen, um mit aussagekräftigen Objekten, Dokumenten, Fotos und ausgewählten Medien den hohen Rang der Ländervertretung plastisch darzustellen. Nach dem Palais Schaumburg wird hier auf einer weiteren Station des "Weges der Demokratie" ein Symbol unseres Landes museal ausgestaltet und für Besuchergruppen zugänglich gemacht.

Beide neuen Ausstellungen ergänzen das breit gefächerte, erfolgreiche Programm unserer Stiftung. Freuen Sie sich auf interessante Einblicke in unterschiedliche Aspekte deutscher Geschichte.

Dr. Hans Walter Hütter
Vertreter des Präsidenten

P.S. Dass Bundespräsident Horst Köhler für die Begleitpublikation unserer Gemeinschaftsausstellung "Heimat und Exil" ein Grußwort verfasst hat, ist für uns Ehre und Ansporn zugleich.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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