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Es ist ein hochaktuelles
Thema: Brauchen wir
Deutschen eine Leitkultur?
Im Haus der Geschichte fand
ein internationales Symposion
statt, auf dem hochkarätige
Wissenschaftler
und Politiker diese Frage
diskutierten.
"Gerade in einer Gesellschaft, die zunehmend
multikulturell geprägt ist, wird die Verständigung über gemeinsame und verbindliche
Werte und Überzeugungen umso dringender.
Die Vorstellung, dass alles gleichzeitig gelten
könnte, bedeutet im Ergebnis, dass nichts
wirklich gilt."
Mit dieser grundsätzlichen Einschätzung benannte Bundestags-
präsident Dr. Norbert Lammert MdB den Kern der aktuellen Debatten um eine deutsche oder europäische Leitkultur.
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"Brauchen wir eine Leitkultur?":
Auf dem Podium diskutierten
Joachim Herrmann MdL,
Dr. Guido Westerwelle MdB,
Renate Künast MdB,
Jörg Schönenborn,
Chefredakteur des WDR,
Volker Kauder MdB und
Ulrich Kelber MdB (v.l.n.r.).
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Im Haus der Geschichte fand am
3. Mai 2006 das internationale Symposion "Leitkultur - vom Schlagwort zur Sache" statt.
Basierend auf einer Idee des langjährigen
Präsidenten der Stiftung, Prof. Hermann Schäfer,
und Prof. Otto Depenheuer, Köln, wollte das Symposion sachliche, wissenschaftlich fundierte
und inhaltlich konzentrierte Impulse zu dieser anhaltend brisanten Debatte geben.
Ob der Begriff "Leitkultur" - von dem Soziologen Bassam Tibi 1998 geprägt und von Friedrich Merz
MdB in die politische Diskussion eingebracht - Hilfe leisten kann bei der Suche nach dem, was die Deutschen und
ihr Land kennzeichnet, stellten viele Redner in Frage. Dennoch kann die Ablehnung des Schlagworts nicht
darüber hinwegtäuschen, dass diese Verständigung auf gemeinsame und verbindliche Werte dringend
notwendig ist.
Das Programm des Symposions sah eine
Annäherung aus verschiedenen Disziplinen
vor. Der Auftakt gehörte den Staatsrechtlern Prof. Josef Isensee, Bonn, und Prof. Uwe Wesel,
Berlin, die sich mit Idee und politischem Begriff
der "Leitkultur" befassten. Die Anerkennung
der kulturellen Grundlagen der Verfassung
wurde gefordert, verbunden mit dem Hinweis,
dass Kultur aber nicht von oben verordnet
werde, sondern "von unten im Garten
grundrechtlicher Freiheit" (Isensee) wachse.
Diesen kulturellen Dimensionen der Leitkultur
wandten sich Prof. Hans Maier, München,
und Prof. Dorothee Wierling, Hamburg, zu und
waren damit zugleich bei konkreten Fragen
der Überwindung von Parallelgesellschaften
und der Integration durch Spracherwerb,
Schulerziehung und politische Bildung angelangt.
Auf der Suche nach Vorbildern sprachen
Prof. Hans-Peter Schwarz, Bonn, und Prof.
Claus Leggewie, Gießen, über das Einwanderungsland
USA. Prof. Alfred Grosser aus Paris
und der ungarische Schriftsteller György Dalos
blickten von außen auf Deutschland und gaben
eine Einschätzung der deutschen Suche nach
Leitkultur.
Den interessanten, spannenden und erkenntnisreichen Vorträgen am Tag folgte unter dem Titel "Brauchen wir im Zeitalter der Globalisierung eine Leitkultur?" eine Diskussion mit hochrangigen Vertretern der Bundestagsparteien. Joachim Herrmann MdL, Vorsitzender
der CSU-Landtagsfraktion, Volker Kauder
MdB, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Ulrich Kelber MdB, stellvertretender
Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion,
Renate Künast MdB, Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Guido Westerwelle, Bundesvorsitzender der FDP, diskutierten diese vielgestaltige Frage unter Leitung von Jörg Schönenborn, WDR.
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