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 Haus der Geschichte, Bonn

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Zukunft gesichert

Depot für die Sammlung Industrielle Gestaltung

Im neuen Depot Spandau werden Objekte zentral und sachgerecht eingelagert.

Vom Teelöffel bis zum Lieferwagen: Im Depot Marzahn wird alles für den Transport vorbereitet.

Die Sammlung Industrielle Gestaltung übergab die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien 2005 in die Obhut der Stiftung Haus der Geschichte. Der einmalige Bestand dokumentiert die Geschichte der Produkt- und Alltagskultur der SBZ/DDR. Ein Großteil der ca. 200.000 Objekte wurde bisher in zwei konservatorisch unzureichenden Außendepots aufbewahrt. In Berlin-Spandau steht nun eine Halle zur Verfügung, die den spezifischen konservatorischen Anforderungen für die Aufbewahrung der Objekte entspricht.

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Umzug? Vermutlich lösen wir mit dieser Frage bei Ihnen Albträume aus. Wie viele Fahrten musste der LKW Ihres Umzugsunternehmens zurücklegen? Wie viele Utensilien waren zu verpacken? Wie viele Kisten zu füllen?
Stellen Sie sich jetzt einmal vor, Sie müssten den Umzug zweier Museumsdepots organisieren: Mehrere 10.000 Objekte, darunter Tausende von zerbrechlichen Glas- und Keramikteilen.
Die drei Kolleginnen und Kollegen der Sammlung Industrielle Gestaltung in Berlin stellten sich in den letzten Wochen und Monaten dieser Aufgabe. Dabei erhielten sie die notwendige Unterstützung von den Registrars und Lagerverwaltern in Bonn und Leipzig sowie von den Mitarbeitern der Stiftungsverwaltung.

Die Logistik

Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase begann der Umzug des Außenlagers Berlin-Marzahn Ende April und war Ende Mai 2007 abgeschlossen. Über 40 LKW-Zugmaschinen samt Anhänger wurden im Außenlager Marzahn be- und im neuen Depot in Berlin-Spandau entladen. Über 520 Paletten und mehr als 120 Kartons waren notwendig, um die ca. 7.000 Großobjekte, darunter Radio- und Fernsehgeräte, Haushaltsgeräte, Spielzeug, Schreibmaschinen, Tisch- und Tafelgeräte, Leuchten, Plasteartikel, Möbel sowie Fahrzeuge sicher zu transportieren. Jede Verpackungseinheit erhielt eine Registriernummer. Gleichzeitig wurden während der Einpackarbeiten die Objekte fotografisch und schriftlich erfasst. Diese Daten sind für das Objektmanagement und die spätere Nutzbarmachung des Sammlungsbestandes unabdingbar.
Auch die Umzugsarbeiten für das zweite Außendepot in Zossen bei Berlin konnten Mitte Juli 2007 abgeschlossen werden. Eine besondere Herausforderung stellten nicht nur die sehr beengten Räumlichkeiten dar, sondern insbesondere der höchst filigrane Objektbestand. Weit über 7.000 Gläser und Keramiken sowie Leuchten galt es bruchsicher in Hunderten von Kartons zu verpacken, zu transportieren und im neuen Depot einzulagern. Im neuen Depot Spandau sind die Objekte nunmehr zentral und sachgerecht eingelagert. Funktionale Einheiten wie z.B. eine moderne, elektrisch fahrbare Regalanlage sowie eine separate Lagergalerie mit Lastenaufzug werden den besonderen logistischen und konservatorischen Anforderungen des Museumsgutes gerecht.

Die Zukunft

Das Haus der Geschichte leistet mit dem Umzug der beiden Außendepots und mit der Einrichtung des neuen Depots in Berlin-Spandau einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Nutzbarmachung der Überreste von Alltagsdesign und -kultur der DDR. Ziel ist es jetzt, den umfangreichen Objektbestand mittels des Integrierten Museumsmanagement-Systems (IMS) sorgfältig zu dokumentieren, wissenschaftlich zu erschließen und Stück für Stück die inventarisierten Objekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dietmar Preißler / Thorsten Krause

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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