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 Haus der Geschichte, Bonn

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Kurzmeldungen

Ferienprogramm zur aktuellen
Wechselausstellung „Heimat und Exil“


Viele junge Besucher nahmen während der Sommerferien an dem Suchspiel „Kinder und Jugendliche im Exil“ teil. Was verraten Spielfiguren über das neue Leben jüdischer Einwanderer in Palästina? Wie viele deutsche Juden wanderten nach Kanada aus? Was berichtet der spätere US-amerikanische Finanzminister W. Michael Blumenthal über seinen beschwerlichen Exil-Alltag als Jugendlicher in Shanghai? Wer beim Rundgang durch die Ausstellung Fragen zu einzelnen Biografien und Objekten beantwortete, konnte Begleitbücher zur Ausstellung und weitere Preise gewinnen. Sogar Besucher aus Australien und den USA machten mit. In den Herbstferien können junge Besucher in Workshops und mit dem Suchspiel mehr über die Emigration der deutschen Juden erfahren.
Weitere Informationen im Internet unter www.hdg.de und bei der Museumspädagogin Dr. Simone Mergen (mergen@hdg.de).

Museumsmeilenfest in Bonn

Bereits zum 13. Mal öffneten das Haus der Geschichte, die Bundeskunsthalle, das städtische Kunstmuseum, das Deutsche Museum und das Museum Koenig im Juni ihre Pforten für das Museumsmeilenfest. Rund 90.000 Besucher nutzten das Angebot ausgiebig. Im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stand der Tag ganz im Zeichen der neuen Wechselausstellung „Heimat und Exil. Jüdische Emigration aus Deutschland nach 1933“. Das Familienprogramm „Alltag in der Fremde“ nahm Bezug auf die Lebensbedingungen im Exil. Gemeinsam mit dem Koch Michael von der Zypen konnten die Besucher Speisen aus den typischen Exilländern Mexiko, Palästina und China nachkochen und probieren. Dabei griff auch Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung, zum Messer und half bei der Vorbereitung mit, während WDR-Hörfunk-Koch Helmut Gote engagiert und historisch erläuternd moderierte. Lesungen sowie Swing und Yiddish Folk-Darbietungen rundeten das Programm ab.

Lernen in der Karikaturengalerie

Neue Angebote der Stiftung Haus der Geschichte standen im Zentrum eines Studientages junger Referendarinnen und Referendare aus Leverkusen. Vor allem das Palais Schaumburg, das Informationszentrum Föderalismus im Bundesrat und die neu eröffnete Karikaturengalerie fanden als außerschulische Lernorte großes Interesse bei den angehenden Geschichtslehrern. In Verbindung mit dem Besuch der Dauerausstellung im Haus der Geschichte bieten sie neue Möglichkeiten eines vertiefenden Lernens am historischen Ort. So diskutierten die Referendare im denkmalgeschützten Plenarsaal des Bundesrats Möglichkeiten der interaktiven Nutzung dieses authentischen Raums durch Schülerinnen und Schüler. Auf spielerische Weise können sie so mit parlamentarischen Verfahren und demokratischer Kultur in Kontakt treten. Auch im Palais Schaumburg, ehemals Schaltzentrale der Bundesregierung, regt das Erlebnis des Originals zur vertiefenden Auseinandersetzung mit der jungen deutschen Geschichte an. Karikaturen gehören zu den zentralen Quellengattungen im Geschichtsunterricht – in der Karikaturengalerie können Schulklassen mit Originalzeichnungen arbeiten, Bilder beschreiben und diese analysieren. Museumspädagogik und Besucherdienst im Haus der Geschichte entwickeln derzeit vertiefende Lern- und Infoangebote für diese Orte. Der enge Kontakt und die Kooperation zwischen Schule und Museum sind hierbei wichtige Voraussetzungen für deren Erfolg.

Jugendparlament tagt
an historischem Ort


Am 14. Juli 2007 besuchten die Abgeordneten des Jugendparlamentes der Stadt Meschede das Haus der Geschichte und das Informationszentrum Föderalismus im Bundesratsgebäude in Bonn. In einer Sondersitzung im historischen Plenarsaal des Bundesrats diskutierte das Jugendparlament die „Einführung von Ganztagsschulen und deren Auswirkungen auf die Jugend“. Nach einer kurzen Einführung durch den Vorsitzenden Justus Kersting trugen Vertreter von vier Fachgruppen Eröffnungsstatements zu den Schwerpunktthemen „Sport“, „Freizeit“, „Lehrplan“ und „Praktisches“ vor. Hierbei ging es einerseits um negative Auswirkungen eines ganztägigen Schulunterrichts auf Freizeitaktivitäten in Sportvereinen und Freundeskreisen. Andererseits versprachen sich die „Abgeordneten“ im Alter von 15 bis 20 Jahren von der Einführung der Ganztagsschule eine Verbesserung der PISA-Statistik Deutschlands. In der Schlussabstimmung votierte eine Mehrheit für die Ganztagsschule – unter der Bedingung eines freien Nachmittags pro Woche nach französischem Vorbild.

Oscar Schneider zum 80. Geburtstag

Der langjährige Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, des Deutschen Historischen Museums und der Kunst- und Ausstellungshalle, Bundesminister a. D. Dr. Oscar Schneider, wurde als „Universalgelehrter“ zu seinem 80. Geburtstag im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg als deren Ehrenbürger gewürdigt. An dem Festakt nahm auch der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Dr. Hans Walter Hütter, teil, der Schneider für seine zahlreichen Leistungen für das Haus der Geschichte dankte. Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert MdB erinnerte in seiner Festrede daran, dass der aus Mittelfranken stammende CSU-Politiker nach dem Ende der sozial-liberalen Koalition im Herbst 1982 von Bundeskanzler Helmut Kohl zum Minister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau berufen worden war. Unter Hinweis auf Schneiders kulturelles Engagement forderte Lammert dazu auf, die großzügige Unterstützung der Kultur durch die öffentliche Hand aufrecht zu erhalten. Schneider setzte gegen heftige Einwände von Architekt Norman Foster durch, dass die gläserne Kuppel des Reichstags gebaut wurde. Für den ehemaligen Bundesminister stellte die im Krieg zerstörte Kuppel ein Symbol der Demokratie dar und musste deshalb in verwandelter Form wieder errichtet werden.

„Die Kissinger-Saga“

Aus bisher unbekanntem Dokumentationsmaterial fertigte die Fernsehjournalistin Evi Kurz ein Filmporträt über Henry und Walter Kissinger an, das die Deutsch-Atlantische Gesellschaft am 19. Juni im Haus der Geschichte in Bonn präsentierte. „Die Kissinger-Saga“ thematisiert die Kindheit der beiden Brüder aus Fürth, ihre Flucht vor den Nationalsozialisten und ihr neues Leben in Amerika. Der Film verdeutlicht, wie unterschiedlich die beiden Brüder von ihrer deutsch-jüdischen Vergangenheit geprägt waren. Zusammen mit zahlreichen Gästen diskutierten der Chefredakteur des General-Anzeigers Bonn, Joachim Westhoff, und Prof. Dr. Gregor Schöllgen von der Universität Erlangen nach dem Film mit der Autorin.

Theodor Heuss:
Erzieher zur Demokratie.
Briefe 1945–1949.
Herausgegeben und bearbeitet
von Ernst Wolfgang Becker,
München 2007
Theodor Heuss:
Erzieher zur Demokratie

Eine historische und literarische Rarität: Unter dem Titel „Theodor Heuss. Stuttgarter Ausgabe“ gibt die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart eine Edition der Briefe, Reden, Schriften und Gespräche von Theodor Heuss (1884–1963) heraus. Als Auftakt werden unter dem Titel „Erzieher zur Demokratie“ seine Briefe aus den Jahren 1945 bis 1949 veröffentlicht. In den 220 ausgewählten und weitgehend noch unpublizierten Briefen von Theodor Heuss spiegeln sich seine aufregende Biografie und die dramatischen Zeitläufte bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im September 1949 wider.
Heuss gehörte nach 1945 zu den maßgeblichen Begründern eines politischen und moralischen Neubeginns in Deutschland. Schon kurz nach Kriegsende betraute ihn die amerikanische Militärregierung mit der Herausgabe der „Rhein-Neckar- Zeitung“, bald darauf mit der Leitung des württembergbadischen „Kultministeriums“ (heutiges Kultusministerium). Als Landtagsabgeordneter und liberaler Parteipolitiker gewann er Ansehen in allen vier Besatzungszonen. Seine wichtigste Aufgabe fand er 1948/49 in den Verfassungsberatungen des Parlamentarischen Rates, in denen er maßgeblich zur Entstehung des Grundgesetzes beitrug. Zudem plädierte er als Publizist und Redner für eine schonungslose Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Regimes.

Freundschaft in schwerer Zeit.
Die Briefe Konrad Adenauers an
Dora Pferdmenges 1933–1949.
Bearbeitet von Hans Peter Mensing
und Ursula Raths, Bonn 2007
Wichtiger Quellenfund

Zum 40. Todestag von Konrad Adenauer veröffentlichte die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf die bisher zum größten Teil unbekannten Briefe Konrad Adenauers an Dora Pferdmenges, der Frau des Bankiers und Kanzlerberaters Robert Pferdmenges. 38 Jahre nach dem Tod Adenauers ist die Entdeckung Dutzender eigenhändiger Schreiben vornehmlich aus den ersten Jahren des „Dritten Reiches“ unter Historikern eine späte Überraschung.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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