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Archiv |
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Editorial 4/2002 |
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Editorial
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Immer wieder sonntags... |
"Am siebten Tag" im Haus der Geschichte |
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"Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem
Herrn, deinem Gott geweiht. An ihm darfst du
keine Arbeit tun." Vom Tag der Ruhe zum Tag
der vielen Möglichkeiten: Was das dritte Gebot
einst als muss definierte, ist heute ein
kann oder darf. So spiegelt der Wandel der
Sonntagsgestaltung wesentliche Veränderungen
in unserer Gesellschaft. Erstmalig zeigt
unsere Ausstellung "Am siebten Tag. Geschichte
des Sonntags" dieses Thema umfassend
in seinen Bezügen: politisch, wirtschaftlich,
vor allem gesellschaftlich und immer in
historischer Betrachtung.
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Stiftungspräsident Hermann Schäfer und Projektleiterin Helene Thiesen beim Aufbau der neuen Ausstellung |
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Im Mittelpunkt stehen Unterschiede, aber
auch Gemeinsamkeiten in der Entwicklung
des Sonntags in West- und Ostdeutschland.
Diesen deutsch-deutschen Vergleich hat das
Haus der Geschichte immer besonders gepflegt:
Mit der Ausstellung "Endlich Urlaub!
Die Deutschen reisen" gingen wir 1996 dem
Fernweh nach, das die Deutschen als jeweilige
"Reiseweltmeister" diesseits und jenseits
des "Eisernen Vorhangs" gemeinsam hatten.
Ein Jahr später verglichen wir in "Markt oder
Plan" die beiden Wirtschaftssysteme vom
Kriegsende bis zum Mauerbau. Die Wechselwirkungen
von Leitbildern und realem Leben
der Frauen in beiden Teilen Deutschlands
untersuchten wir zur Jahreswende 1997/98
in "Ungleiche Schwestern?". Nun also widmen
wir uns dem Sonntag, wenn auch der
deutsch-deutsche Vergleich überlagert wird
von den Fragen nach den Ursachen des Wandels
dieses Tages.
Nach der Präsentation im Haus der Geschichte
ist "Am siebten Tag" ab Juni 2003 im
Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen. Die Ausstellung
wird nicht nur an beiden Standorten
der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland gezeigt, sie selbst ist ein
Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen
Bonn und Leipzig und darum ein gutes
Beispiel für die enge Vernetzung innerhalb
der Stiftung, die sie zu einem "Laboratorium
Deutsche Einheit" werden lässt. Indem wir
unsere thematischen Schwerpunkte auf deutsche
Zeitgeschichte legen und ein breites Publikum
erreichen, leisten wir einen wichtigen
Beitrag zur Vermittlung deutsch-deutscher
Geschichtsbilder. Dass wir mit Präses Kock
und Kardinal Lehmann die beiden wichtigsten
Vertreter der christlichen Kirchen in
Deutschland und zugleich zwei prominente
Streiter in der Auseinandersetzung um den
Sonntag für unsere Ausstellungseröffnung am
24. Oktober gewinnen konnten, freut uns besonders.
Ihre Unterstützung verleiht diesem
wichtigen gesellschaftlichen Thema die Aufmerksamkeit,
die es verdient, damit wir uns
"am siebten Tag" immer wieder neu fragen,
wie wir unseren Sonntag sehen und begehen
wollen.
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