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Der Sonntagsausflug mit
dem eigenen Auto war in
den 1950er Jahren für den
überwiegenden Teil der
Bundesdeutschen keine
Selbstverständlichkeit.
Um so begieriger wurden
Mitbringsel gesammelt, die
solche Erlebnisse dokumentierten
und Freunden und
Bekannten mitunter neidvoll-anerkennende Blicke
abverlangten.
Souvenirs: Häufig als Kitsch oder Nippes
abgewertet, füllen sie auch heute noch die
Andenkenläden. Vieles ist "in" wie vor 50
Jahren, "out" sind jedoch die kleinen Plastikanhänger,
die mit großer Begeisterung an
speziell dafür hergestellte "Käppis" geheftet
wurden. Je zahlreicher diese Anstecker eine
Mütze zierten, desto angesehener deren Träger.
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Käppis wie dieses bewahrten in den 1950er Jahren die Andenken an manchen Sonntagsausflug. |
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Aber die Anstecker bewahrten nicht nur
Erinnerungen. Sie waren auch Statussymbol,
verwiesen sie doch auf den Luxus, mit einem
Tagesausflug auch entferntere Ziele erreichen
zu können. Die in der Ausstellung gezeigte
Mütze hat ihr Besitzer aus Köln während der
Sonntagsausflüge bestückt, die er in den
1950er Jahren mit seiner Familie unternommen
hat. Mit ihrem 1952 erworbenen Kombi
fuhr die Familie bereits zu einer Zeit ein eigenes
Auto, in der dem überwiegenden Teil der
Deutschen allenfalls ein Zweirad zur Verfügung
stand.
Noch 1955 gab in einer Umfrage des
Allensbacher Instituts für Demoskopie nur ein
geringer Teil der Befragten an, Wochenendausflüge mit dem eigenen Auto zu unternehmen.
Doch als in den 1960er Jahren der
Individualverkehr rapide zunimmt und immer
weiter entfernte Urlaubsziele angesteuert
werden, verlieren Erinnerungsstücke wie
unser Sonntagskäppi ihren Status - und damit
ihren Wert. Wer möchte sich noch an die
Zeiten erinnern lassen, in denen der nahe
Rhein als Ausflugsziel genügen musste?
Dass sie damals in Ungnade fielen, macht
heute gerade den besonderen Wert von Souvenirs
wie dem Sonntagskäppi aus. Sie sind
selten geworden, die meisten wurden achtlos
weggeworfen. Ein glücklicher Umstand, dass
das Haus der Geschichte ein so gut erhaltenes
Exemplar zeigen kann; es wird bei manchem
Besucher eigene Erinnerungen wach rufen an
Jahre, die vielen inzwischen als die "guten
alten" Zeiten im Gedächtnis sind.
Frank Dreisch
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