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Ausstellungen

 

Jeder ist ein Fremder - fast überall

Neue europäische Wanderaustellung

Von der Antike bis in die Gegenwart verließen Menschen ihre Heimat, ihr Hab und Gut. Die Fremde war für sie Hoffnung und Neuanfang. Die neue Wanderausstellung "Everybody is a stranger somewhere" zeigt, dass es in Europa immer schon Migrationsbewegungen gab, damals wie heute.

Vertriebenenschicksal: Zwangsumsiedlungen in Kleinasien, Anfang der 1920er Jahre

"Jeder ist ein Fremder - fast überall". Diese menschliche Grunderfahrung bildet den Ausgangspunkt eines Ausstellungsprojekts, das von Stiftungspräsident Hermann Schäfer angeregt wurde und in Zusammenarbeit mit acht europäischen Partnermuseen entsteht. Am 18. November 2003 wird die Ausstellung in Bonn eröffnet und dann etwa drei Jahre lang in Europa "auf Wanderschaft" gehen. Die Hauptthese der Ausstellung: Europa ist seit jeher Durchgangskontinent. Die Auseinandersetzung mit dem "Fremden" gehört daher zum Lebensalltag in allen Ländern dieses Erdteils.

Menschen verlassen ihre Heimat aus unterschiedlichsten Gründen. Hauptursachen sind Arbeitsmigration, Krieg und Okkupation sowie Gewissensgründe. Schlaglichtartig beleuchtet die Ausstellung unterschiedliche Aspekte von der Antike bis zur Gegenwart. So erinnert die Präsentation an die dänischen "Navers", die wie deutsche Handwerksgesellen durch die Länder ziehen - ausgestattet mit nachgewiesener Zugehörigkeit zur Naver-Gesellschaft und Gesangbuch.

Oder an die französischen Hugenotten, die sich im 17. Jahrhundert als Glaubensflüchtlinge in ganz Europa ansiedelten. Wie stark Krieg und Vertreibung die Sicht auf den Nachbarn bis heute prägen, zeigen Fotos griechischer Familien, die 1922 aus Smyrna, dem heutigen Izmir, vertrieben wurden. Die Themen machen aber ebenso deutlich, dass Europa seine Besonderheit gerade seiner Vielfalt verdankt und dass das "Fremde" von gestern heute schon oft zum Alltag gehört. Wenn die Ausstellung dazu beiträgt, die Entstehung von Feindbildern dem Besucher zu verdeutlichen und die Achtsamkeit im Umgang miteinander zu fördern, sind wir auf dem Weg zu Europa ein großes Stück weiter.

Hanno Sowade/Gaby Sonnabend


Die Ausstellung ist vom 18. November bis Februar 2004 im Haus der Geschichte zu sehen.
Nächste Stationen sind:
Bijbelsmuseum Amsterdam
Musée d'histoire de la ville de Luxembourg
Schweizerisches Landesmuseum Zürich

Partnermuseen:
Arbeitermuseum in Kopenhagen
> www.arbejdermuseet.dk
Bibelmuseum in Amsterdam
> www.bijbelsmuseum.nl
Deutsches Historisches Museum in Berlin
> www.dhm.de
Stiftung Haus der Geschichte
> www.hdg.de
Nationalhistorisches Museum in Athen
> www.culture.gr/2/21/toc/museums
Schweizerisches Landesmuseum in Zürich
> www.landesmuseum.ch
Stadtmuseum Luxemburg
> www.musee-hist.lu
Stadtmuseum Helsinki
> www.hel.fi/kaumuseo

Navers - dänische Handwerker auf Wanderschaft

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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