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Seine "Lieblingsopfer" waren
Franz-Josef Strauß und Helmut
Kohl, seine Meisterschaft bestand
in der Demaskierung großer
Posen, durchsichtiger Ausreden
- und im Kugelstoßen und
Bierbrauen. Sich selbst
bezeichnete er als zeichnenden
Journalisten. Im August zeigte
das Haus der Geschichte die
Werke des Karikaturisten Dieter
Hanitzsch mit dem Titel
"Es ist nicht immer zum
Lachen".
.
Dieter Hanitzsch beschreibt seine zeichnerische
Arbeit als den "Versuch, die Wahrheit zu vergröbern"
und macht dabei eigentlich
immer dasselbe: Er tauscht Köpfe und Zahlen
aus - die Themen, die er aufspießt, sind
dieselben. "Die Kriege haben einen anderen Namen,
früher war es Vietnam, jetzt ist es der Irak - ein Haushaltsloch
gab es schon vor Jahrzehnten, ebenso die
Seifenblasen der Politiker, den Parteienstreit oder das
Koalitionsgeplänkel", schmunzelt der Zeichner. Er
selbst bezeichnet sich als zeichnenden Journalisten,
der auf die Information des Lesers durch die schreibenden
Kollegen angewiesen ist, damit die Bissigkeit
der Zeichnung ankommt. Denn, wie er sagt, "nichts
ist beleidigender als die Wahrheit".
Geboren wird Hanitzsch am 14. Mai 1933 in
Schönlinde, einem Ort in Nordböhmen. Am Ende des
Zweiten Weltkriegs wird er aus Nordböhmen vertrieben
und kommt nach Pfarrkirchen in Niederbayern.
Für die Jugend im Dorf ist er anfangs nur "der Flüchtling"
und so prägt sich der oft gehörte Satz "Auf geht's
Buam, hau' ma d' Flüchtling zamm!" in sein Gedächtnis
ein. Hanitzsch sieht das im Rückblick jedoch ganz
trocken: "Da musste man also schon entweder schneller
sein oder stärker." Er entscheidet sich für letzteres
und wird 1949 bayerischer Vizemeister im Kugelstoßen.
Nach dem Abitur rät ihm seine Mutter, nicht eine
brotlose Künstlerkarriere einzuschlagen, sondern
besser etwas "Gescheites" zu lernen: "Ich sage dir
was, getrunken wird immer". Hanitzsch wird Bierbrauer.
Doch damit nicht genug: Er studiert das
Brauereiwesen in Weihenstephan, danach Betriebswirtschaft
in München und wird Werbeleiter bei
Paulaner. Noch heute wirbt die Brauerei mit dem
von ihm kreierten Werbeslogan: "Gut, besser,
Paulaner."
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Von 1964 bis in die 1980er Jahre arbeitet er als
Wirtschaftsjournalist beim Bayerischen Rundfunk.
Nebenher zeichnet er für überregionale Zeitungen.
Mit fünfzig Jahren entschließt er sich, endlich das zu
machen, was er schon immer am besten konnte: Er
wird freier Karikaturist. Jetzt zeichnet er für Bücher,
verschiedene Tageszeitungen und Magazine. Seine bekannteste
Buch-Reihe ist "Ich, Franz Josef Strauß".
Die Präsentation im Haus der Geschichte - zum
70. Geburtstag von Hanitzsch von der Kreissparkasse
München Starnberg konzipiert - zeigt unter dem Motto
"Es ist nicht immer zum Lachen" 120 Zeichnungen
aus vier Jahrzehnten. Neben Pressezeichnungen sind
einige Karikaturen aus Büchern und Bildgeschichten
zu sehen, u.a. die bekannte Serie aus der "Süddeutschen
Zeitung" über den fiktiven CSU-Bundestagsabgeordneten
Max Froschhammer. Durch die Ausstellung
ist Hanitzsch schon zu Lebzeiten Teil der
Geschichte geworden, und so stellt er selbst fest: "Es
ist für mich eine besondere Ehre, hier im Haus der Geschichte
in unmittelbarer Nähe zum Adenauer-Mercedes,
dem Rosinenbomber, einem Kühlschrank aus
den 1950er Jahren und der Strickjacke von Kohl ausgestellt
zu werden."
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