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Die hitzigen Debatten um die geplante RAF-Ausstellung
der Berliner "Kunst-Werke e.V." und den
Standort des "Zentrums gegen Vertreibungen" haben
es im Sommer 2003 erneut gezeigt: Zeitgeschichte
ist die Geschichte, "die noch qualmt" " wie Bundeskanzler
Gerhard Schröder die bekannte amerikanische
Historikerin Barbara Tuchman zitierte, als er am
9. Juli 2001 unsere Bonner Dauerausstellung neu eröffnete.
Selbstverständlich ist in ihr auch das RAF Thema
dargestellt.
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Alexander Schkurko, Generaldirektor des Staatlichen Historischen Museums in Moskau, und Stiftungspräsident Hermann Schäfer bei der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens im März 1996 |
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Die Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland hat sich nie gescheut,
"heiße Eisen" mit Umsicht anzupacken - so
zuletzt in der Ausstellung über Leni Riefenstahl, zuvor
schon 1995, als wir an das Schicksal deutscher und sowjetischer
Kriegsgefangener des Zweiten Weltkriegs
erinnerten. Angesichts des sensiblen Themas war es
um so erfreulicher, dass die Präsentation anschließend
- unverändert und mit großem Erfolg - in Moskau im
Zentralen Museum des Großen Vaterländischen Krieges
gezeigt werden konnte.
Seitdem hat uns die Idee umgetrieben,
Höhen und Tiefen deutsch-russischer Geschichte in
einer eigenen Ausstellung zu diskutieren. Ab dem
3. Dezember 2003 zeigt
das Haus der Geschichte in Zusammenarbeit mit dem
Staatlichen Historischen Museum in Moskau "Spuren
- Sledy": erinnerungsträchtige Orte, Gebäude und
Wirtschaftsprojekte - von der Siedlung Alexandrowka
in Potsdam über Workuta, Wünsdorf und das "Hotel
Lux" in Moskau bis zur russischen Erdgasleitung
nach Europa. Rund 800 Exponate illustrieren mehr als
zwanzig "Spuren" und lenken den Blick von der Gegenwart
in die Geschichte. In allen Bereichen von Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft finden sich
Belege eines vielfältigen Austauschs, den auch Krieg
und Diktatur nie völlig unterbrechen konnten.
Ermöglicht hat diese Ausstellung nicht
zuletzt unser langjähriger Arbeitskontakt
mit dem Moskauer Staatlichen Historischen Museum,
der 1995 mit der Kriegsgefangenenausstellung begann
und sich 1996 durch
einen Kooperationsvertrag über die enge
Zusammenarbeit der beiden Museen bis hin zu
einem Mitarbeiteraustausch fortsetzte. Mit dem
historischen Blick auf die Gegenwart schlagen
wir gemeinsam eine Brücke in die Zukunft und leisten
damit einen wichtigen
Beitrag zu den deutsch-russischen Kulturbegegnungen
2003/04, die Bundespräsident Johannes
Rau und der Präsident der Russischen Föderation
Wladimir Putin als Schirmherren am 9. Februar 2003
mit einem Festakt im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt
eröffneten, an dem zahlreiche internationale
Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur teilnahmen. |