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Wo sonst Limousinen vorfahren und Staatsgäste
Ehrenkompanien abschreiten, war der rote Teppich
für Bürgerinnen und
Bürger ausgerollt. Als ersten Höhepunkt des gesamten
Rundgangs präsentierte das Haus der Geschichte eine
Ausstellung über die Entwicklung der Macht- und
Entscheidungszentrale der Bundesregierung. 1949
wird das Palais Schaumburg Sitz des Bundeskanzlers.
Konrad Adenauer bezieht am 5. November die ehemalige
Bonner Stadtvilla, die der Bauhaus-Architekt
Hans Schwippert zu diesem Zweck umgebaut hat.
Auch die Bundeskanzler Ludwig Erhard, Kurt Georg
Kiesinger und Willy Brandt gestalten dort die Richtlinien
der Regierungspolitik.
Helmut Schmidt eröffnet 1976 den benachbarten
funktionalen Neubau, der nun den wachsenden Aufgaben
des Bundeskanzleramts entspricht. Dort arbeiten
nach ihm die Bundeskanzler Helmut Kohl und
Gerhard Schröder. Mit dem Umzug des Bundestags
und der Bundesregierung 1999 wird auch das Bundeskanzleramt
nach Berlin verlegt. Für zwei Jahre beziehen
der Bundeskanzler und seine Mitarbeiter als
provisorischen Amtssitz das ehemalige Staatsratsgebäude
der DDR.
Am 2. Mai 2001 eröffnet Gerhard Schröder
den Neubau der Architekten Axel Schultes
und Charlotte Frank im Spreebogen mit den Worten:
"Von hier aus wird nicht geherrscht, von hier aus wird
regiert. Das ist durchaus
etwas anderes. Am Ende, meine Damen und Herren,
entscheiden die Regierenden und Regierten darüber,
was dieser Bau ist und wie er wahrgenommen wird."
Das Kanzleramt ist Teil im "Band des Bundes", das
eine städtebauliche Verbindung zwischen dem Osten
und Westen der ehemals geteilten Stadt Berlin darstellt.
Die Ausstellung im Foyer des Bundeskanzleramts umfasst rund 100 Exponate, darunter
die Schreibtischstühle der Kanzler. Telefonanlagen,
Sitzungspläne, Terminkalender und persönliche
Gegenstände der Regierungschefs veranschaulichen
den Arbeitsalltag mit Aktenstudium und Kabinettsitzungen.
Tafelservices, Redemanuskripte und Geschenke
von internationalen Staatsbesuchen zeigen die
Repräsentation des Staates bei offiziellen
Empfängen und Festbanketts. Die Besucher können
Filme abrufen, die bedeutende Staatsbesuche, Konferenzen
ebenso wie alltägliche Szenen der Arbeit
im Kanzlerbüro und im
Kabinett zeigen.
Simone Mergen
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