4/2003

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"Von hier aus wird nicht geherrscht ..."

Ausstellung über das Bundeskanzleramt

Das Haus der Geschichte zeigt in Berlin rund hundert Objekte zur Geschichte der Bundeskanzlerämter. 32.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Präsentation im Bundeskanzleramt allein am 16. und 17. August 2003.


Der Hausherr und sein Staatsbesuch: Gerhard Schröder führt Besucher am Tag der offenen Tür durch die Präsentation.

Wo sonst Limousinen vorfahren und Staatsgäste Ehrenkompanien abschreiten, war der rote Teppich für Bürgerinnen und Bürger ausgerollt. Als ersten Höhepunkt des gesamten Rundgangs präsentierte das Haus der Geschichte eine Ausstellung über die Entwicklung der Macht- und Entscheidungszentrale der Bundesregierung. 1949 wird das Palais Schaumburg Sitz des Bundeskanzlers. Konrad Adenauer bezieht am 5. November die ehemalige Bonner Stadtvilla, die der Bauhaus-Architekt Hans Schwippert zu diesem Zweck umgebaut hat. Auch die Bundeskanzler Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt gestalten dort die Richtlinien der Regierungspolitik.

Helmut Schmidt eröffnet 1976 den benachbarten funktionalen Neubau, der nun den wachsenden Aufgaben des Bundeskanzleramts entspricht. Dort arbeiten nach ihm die Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Mit dem Umzug des Bundestags und der Bundesregierung 1999 wird auch das Bundeskanzleramt nach Berlin verlegt. Für zwei Jahre beziehen der Bundeskanzler und seine Mitarbeiter als provisorischen Amtssitz das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR.

Am 2. Mai 2001 eröffnet Gerhard Schröder den Neubau der Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank im Spreebogen mit den Worten: "Von hier aus wird nicht geherrscht, von hier aus wird regiert. Das ist durchaus etwas anderes. Am Ende, meine Damen und Herren, entscheiden die Regierenden und Regierten darüber, was dieser Bau ist und wie er wahrgenommen wird." Das Kanzleramt ist Teil im "Band des Bundes", das eine städtebauliche Verbindung zwischen dem Osten und Westen der ehemals geteilten Stadt Berlin darstellt.

Die Ausstellung im Foyer des Bundeskanzleramts umfasst rund 100 Exponate, darunter die Schreibtischstühle der Kanzler. Telefonanlagen, Sitzungspläne, Terminkalender und persönliche Gegenstände der Regierungschefs veranschaulichen den Arbeitsalltag mit Aktenstudium und Kabinettsitzungen. Tafelservices, Redemanuskripte und Geschenke von internationalen Staatsbesuchen zeigen die Repräsentation des Staates bei offiziellen Empfängen und Festbanketts. Die Besucher können Filme abrufen, die bedeutende Staatsbesuche, Konferenzen ebenso wie alltägliche Szenen der Arbeit im Kanzlerbüro und im Kabinett zeigen.

Simone Mergen

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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