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Sieht man vom Kaviar ab, dann
gibt es nur wenige Spezialitäten,
die den Weg aus der russischen
Küche zu uns gefunden haben.
Das ist eigentlich verwunderlich,
denn mit Kraut und Rüben kochen
nicht nur die Russen gerne,
sondern auch wir Deutsche. Eine
russische Nationalspeise kennt jedoch
jeder - den Borschtsch.
Der Borschtsch teilt das Schicksal fast aller Spezialitäten
weltweit: Es gibt immer mindestens ein halbes
Dutzend garantiert echter
"Originalrezepte". Und ein Sprichwort gehört
natürlich auch dazu. Beim Borschtsch lautet es
so: "Hast du ein gutes Weib und einen
fetten Borschtsch, dann sei zufrieden". Tatsache ist
auf jeden Fall, dass der Borschtsch ein wunderbares
Eintopfessen für die kalten Tage ist.
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Der Ursprung des Borschtsch liegt angeblich in
der Ukraine, wo er aus einer regionalen Gemüseart
namens Bortschewik zubereitet wurde. Erst in Russland
hat er dann im Laufe der Zeit jene beiden Hauptzutaten
erhalten, die ihn so unverwechselbar machen:
Weißkraut und rote Rüben. In Russland kennt man ihn
nicht nur als wärmende Mahlzeit im Winter. Er wird
dort genauso gerne gekühlt als erfrischendes Sommeressen
serviert. Und ein ganz eigenes Thema ist die
saure Sahne, die zum Schluss dazu gegeben wird. Wer
einmal über einen russischen Markt gegangen ist und
dort beobachtet hat, wie vier, fünf, ja zehn verschiedene
Varianten von saurem Rahm aus großen Fässern
angeboten und von den Hausfrauen mit kleinen
Holzlöffeln und Kennermine verkostet werden, bevor
sie sich zum Kauf
einer bestimmten Sorte entscheiden, der gewinnt den
Eindruck, dass mit unserer sauren Sahne aus Plastikbechern
ein originaler Borschtsch ohnehin nie gelingt.
Zubereitung:
Wasser in einem großen Topf
zum Kochen bringen, dann Suppengemüse
und Ochsenfleisch hineingeben
und es leicht köchelnd
garen. Wenn es nach einer guten
Stunde durch ist, aber noch etwas
Biss hat, herausnehmen und würfeln.
Die Brühe durch ein Sieb abgießen
und beiseite stellen.
Die Tomaten häuten. Dazu legt
man sie 15 Sekunden in kochendes
Wasser. Danach lässt sich die
Haut problemlos abziehen. Tomaten
achteln und Kerne entfernen.
Rote und gelbe Rüben, Weißkraut
und Kartoffeln in Stücke
schneiden, die Zwiebel grob würfeln,
den Knoblauch fein hacken, und alles zusammen in Butter dünsten.
Sobald die Zwiebeln Farbe
bekommen, Tomaten zugeben und
mit der Fleischbrühe aufgießen.
Wenn die Gemüse gar sind, die
Fleischwürfel dazugeben, alles zusammen
noch einmal aufkochen
und mit Salz, Pfeffer und einem
Schuss Essig herzhaft abschmecken.
Die Sahne mit einer Gabel
glatt rühren. Die Petersilie fein
hacken.
Die Suppe in vorgewärmte
Teller schöpfen, etwas von der
sauren Sahne darüber geben und
mit Petersilie bestreuen.
Die klassische Beilage ist
gegarte Buchweizengrütze. Eine
Scheibe kräftiges Brot schmeckt
jedoch ebenso gut.
Hans-Albert Stechl
Zutaten für vier Personen
500 g Suppenfleisch (leicht durchwachsene Ochsenbrust), 400 g Rote Beete, 2 Möhren,
300 g Weißkraut, 300 g Kartoffeln, 1 Knoblauchzehe, 1 Zwiebel, 4 Tomaten,
ein halbes Bund glatte Petersilie, 50 g Butter, ein Becher saure Sahne, Salz, Pfeffer und Essig |