4/2004

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Ausstellungen

 

Vom Gänsewein zum Trendgetränk

Geschichte des Mineralwassers

Wie entsteht Mineralwasser? Welche Zusammensetzungen und Sorten gibt es? Fragen rund um das Mineralwasser beantwortete eine Ausstellung des Verbands Deutscher Mineralbrunnen, die an lässlich des 100-jährigen Bestehens vom 5. bis 19. Oktober im Foyer des Hauses der Geschichte zu sehen war.

Eine Palette historischer Mineralwasserflaschen erlaubte einen Blick in die jahrhundertealte Geschichte des Durstlöschers, den schon Römer und Germanen schätzten. Im späten Mittelalter erkannten Ärzte den therapeutischen Wert des Mineralwassers.

Der Geist in der Flasche:
rund 400 Sorten Mineralwasser

Bade- und Trinkkuren kamen auf, und es entwickelte sich ein florierender Heilwasserversand. Die Lieferung war eine kostspielige Angelegenheit und nur von Adeligen und wohlhabenden Bürgern zu finanzieren. Schon im 16. Jahrhundert machten sich Gelehrte über die Reinhaltung des Wassers während des Transports Gedanken. So rieten sie, die Behältnisse vor Gebrauch mit kochendem Wasser auszuspülen und sie in den Sommermonaten wegen der schädlichen Hitze nur nachts zu transportieren. Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser in Tonkrügen vorrätig gehalten und auch auf diese Weise befördert. Mitte des letzten Jahrhunderts kamen dann Glasflaschen auf, die seit 1969 die typische perlenartige Oberfläche aufweisen.

Zum Erfolgsgetränk avancierte das Mineralwasser erst relativ spät. In den 1970er Jahren noch als "Gänsewein" an Kindergeburtstagen belächelt oder als Sekt des kleinen Mannes verspottet, entwickelte es sich zum mittlerweile beliebtesten alkoholfreien Getränk in Deutschland. Dieser Trendwende ging die Ausstellung nach, indem sie in verschiedenen Installationen das Konsumverhalten der Deutschen darstellte. Trank ein Deutscher in den 1970er Jahren durchschnittlich 12,5 Liter Mineralwasser im Jahr, so war der Konsum 2003 auf 128 Liter pro Kopf angestiegen.

Dass Mineralwasser nicht gleich Mineralwasser ist, verdeutlichte ein Blick auf die Wasser-Bar in der Ausstellung. Sie zeigte fast 400 verschiedene deutsche Mineralwässer und gab so einen Eindruck von der Sortenvielfalt des deutschen Sprudels. Selbstverständlich konnte zur Eröffnung der Ausstellung das deutsche Brunnenland auch geschmacklich erkundet werden.

Außerdem präsentierte die Ausstellung auch die Geschichte des Verbands, der maßgeblich für die Qualitätssicherung der Mineralbrunnen in Deutschland sorgt. 100 Jahre bewegter Vereinsgeschichte wurden anhand eines Zeitstrahls vorgestellt, der die wichtigsten Fakten erläuterte und einen Einblick in die Rechtsstreitigkeiten rund um ein auf Reinheit und Ursprünglichkeit bedachtes Getränk gab.

Judith Koppetsch/Sven Neufert

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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