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Archiv |
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Editorial 4/2004 |
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Editorial
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"Hüftschwingender Botschafter
der USA" |
Elvis in Deutschland |
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"Rekrut Presley in Deutschland gelandet",
meldet die Bild-Zeitung am 2. Oktober 1958,
einen Tag nachdem der ungekrönte König des
Rock 'n' Roll, Elvis Aaron Presley, in Bremerhaven
angekommen war. In Deutschland ist er
durch seine millionenfach verkauften Schallplatten
und Filme bereits seit Jahren bekannt
und wird zu einem wichtigeren Botschafter
der Vereinigten Staaten als alle Mitarbeiter des
State Department zusammengenommen.
Niemand hat es treffender formuliert als der große Komponist und Dirigent
Leonard Bernstein: "Elvis ist die größte Kraft des 20. Jahrhunderts. Überall
hat er den Beat hingebracht, in die Musik, die Sprache,
die Kleidung." Mit
seiner Musik trifft er das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Auf dem
langen Weg der Bundesrepublik Deutschland nach Westen
ist Elvis' Dienstzeit
in den hessischen Ray Barracks ein kultureller Meilenstein.
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Elvis-Fan Hermann Schäfer vor dem Seesack
des G.I. Presley im Haus der Geschichte |
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Für die deutschen Jugendlichen
steht etwas anderes im Vordergrund. Stundenlang harren sie vor Elvis' Haus
in der Bad Nauheimer Goethestraße aus, um ein Autogramm ihres Idols
zu ergattern: Ihnen geht es um die Musik, aber auch um
Provokation und Abgrenzung von der älteren Generation. Den Hüftschwung
nehmen viele junge Deutsche als Befreiung aus der Prüderie der Nachkriegsjahre
wahr - wir übten ihn alle.
Diese Schwingungen waren auch bis in die "Augusta
Trevorum", wo ich aufwuchs, zu spüren. Die Elvis-Single "Tutti Frutti" war
die zweite Schallplatte meines Teenager-Lebens. Erwartungsgemäß erwies
sie sich rasch als familiäres Streitobjekt. Die Wellen schlugen hoch,
und es verging Zeit, bis sich die Wogen
wieder glätteten.
Die Geschichte von Elvis Presley in Deutschland weist viele Facetten auf, die
es wert sind, in einer Ausstellung des Hauses der Geschichte behandelt zu werden.
Dass der
großartige
Sänger aus Tupelo, Mississippi,
am 8. Januar 2005 seinen 70. Geburtstag
gefeiert
hätte, ist für diejenigen, die
seinen kometenhaften Aufstieg begleitet haben, nur schwer zu begreifen. Dass
allerdings
seine Musik auch in 100 Jahren Menschen bewegen
wird, ist ganz
unzweifelhaft. "Elvis lebt" heißt es bis heute. |
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