4/2004

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Bibel, Kunst und Kultur

Das niederländische Bibelmuseum

Ägyptische Altertümer, ein Modell des Tempelbergs in Jerusalem und eine umfassende Geschichte der gedruckten Bibel in den Niederlanden - das Bibelmuseum in Amsterdam besitzt ein breites Spektrum. Präsentationen zu östlicher Ikonographie, Chagalls Glasmalerei oder moderner Fotografie mit religiöser Thematik ergänzen die Dauerausstellung.

Im Herzen von Amsterdam, an der Herengracht, liegt das Bibelmuseum. Es wurde in zwei stattlichen Grachtenhäusern aus dem Jahr 1662 eingerichtet. Ihr reich ausgestattetes Inneres beherbergt eine Sammlung kunsthistorischer und architektonischer Schätze. Eine der Originalküchen aus dem so genannten "Goldenen Jahrhundert" ("Gouden Eeuw"), gehört zu den besterhaltenen in den Niederlanden. Zwei Säle weisen Deckengemälde des Amsterdamer Meisters Jacob de Wit aus den Jahren 1718 und 1750 auf. Die Gartenzimmer wurden um 1718 mit prächtigen Stuckarbeiten von Ignatius van Logteren verziert. Mit seinen Wasserspielen, Pflanzen und Skulpturen bildet der große Garten eine Oase der Ruhe in der geschäftigen Innenstadt.

Das Museum wurde 1852 gegründet, als der ehemalige Theologiestudent Leendert Schouten sein maßstabgetreues Modell des Tabernakels - des tragbaren Heiligtums der Israeliten - der Öffentlichkeit präsentierte. Dies war der Grundstein für eine reichhaltige, vielseitige und außergewöhnliche Sammlung, die noch heute den Kern des Museums bildet. Berühmt sind die Tempelmodelle, von denen das älteste aus dem Jahr 1725 stammt. Die kleine Sammlung ägyptischer Altertümer überrascht durch ihre Qualität. Der neue, unlängst eröffnete Bibelsaal, präsentiert eine umfassende Geschichte der gedruckten Bibel in den Niederlanden seit dem späten Mittelalter mit nahezu tausend Bibeln. Rund um das einzigartige Modell des Tempelbergs, den Haram-al-Sharif in Jerusalem, von 1879 ist eine feste Ausstellung gruppiert, welche die Bedeutung dieses Ortes für das Judentum, Christentum und den Islam erläutert. Diese drei Glaubensrichtungen werden im so genannten "Geschichtenspeicher" ("verhalenzolder") durch ein besonderes Theatererlebnis Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren vermittelt.

Neben der Dauerausstellung werden auch Wechselausstellungen gezeigt. Beispielsweise präsentierte das Museum die viel diskutierte Fotoausstellung "INRI" der zeitgenössischen französischen Fotografin Bettina Rheims zur biblischen Heilsgeschichte sowie die Entstehung von Marc Chagalls Glasmalereifenster für die Hadassah-Synagoge in Jerusalem. In regelmäßigen Abständen zeigt das Museum Ikonenausstellungen, zuletzt frühe byzantinische Ikonen aus Griechenland. Das Bibelmuseum ist Mitglied von "Euroclio", dem Verband der europäischen Geschichtsmuseen. In diesem Rahmen wirkte es an der Ausstellung "Everybody is a stranger somewhere" mit, die Ende 2003 im Bonner Haus der Geschichte erstmalig gezeigt wurde. Diese Wanderausstellung ist noch bis zum 20. Februar 2005 in Amsterdam zu sehen.

Modell des Tempelbergs/
Haram-al-Sharif in Jerusalem,
1879

Originalküche aus dem "Goldenen Jahrhundert" der Niederlande

Maßstabgerechtes Modell des Tabernakels, 1852

Blick in die Ausstellung "Everybody is a stranger somewhere"

Informationen:

Anschrift:
Bijbels Museum
De Cromhouthuizen
Herengracht 366 - 368
Postbus 3606
1001 AK Amsterdam

Wechselausstellungen:
"Everybody is a stranger somewhere",
bis 20. Februar 2005
"Die Bibel heute", eine Multimediapräsentation,
ab 16. Dezember 2004

Öffnungszeiten:
Mo-Sa 10-17 Uhr
So und Feiertag 11-17 Uhr

Telefon:
+3120/624 24 36
Internet:
www.bijbelsmuseum.nl
E-mail:
info@bijbelsmuseum.nl

Anfahrt:
Vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 1, 2 und 5 (Haltestelle "Spui")

Lage

 

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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