4/2004

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 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

 

Grund zur Freude

Jubiläum des Zeitgeschichtlichen Forums

Das Zeitgeschichtliche Forum hatte am 9. Oktober 2004 allen Grund zum Feiern: Die große Leipziger Montagsdemonstration jährte sich zum fünfzehnten Mal und am selben Wochenende wurde das Zeitgeschichtliche Forum fünf Jahre alt.

Den Geburtstag feierte das Museum mit einem fröhlichen und abwechslungsreichen Festprogramm. Die Besucher konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich durch das Museumsdepot begleiten lassen. Für Kinder gab es ein Preisrätsel und Vorlesestunden. Erster Höhepunkt im Saal des Forums war der Auftritt des Schauspielers und Kabarettisten Uwe Steimle, der mit hintergründigem sächsischen Wortwitz ostdeutsche Befindlichkeiten kommentierte und für viele Lacher sorgte. Wenig später las Thomas Rosenlöcher aus seinen Büchern vor und zeigte, wie eng Humor und Ernst beieinander liegen können: Seine Texte gaben in Tagebuchform die Ereignisse während der friedlichen Revolution wieder und ließen die Zuhörer trotz des Ernstes der geschilderten Erlebnisse immer wieder schmunzeln.

Bei der "etwas anderen (N)Ostalgieshow" stand das Vergnügen im Vordergrund. Unbeschwert parteiisch vergab Moderator Paul Fröhlich unter den Kandidaten Punkte für das Erraten von Zitaten, Liedern und Filmen aus der DDR. Das Museumsfest war gut besucht und vermittelte vor allem die Botschaft: Geschichte ist nicht langweilig, sondern kann vielmehr witzig und herzerfrischend präsentiert werden.

Grund zur Freude hatte Museumsdirektor Rainer Eckert bereits am Vorabend in der Nikolaikirche: Pfarrer Christian Führer übergab ihm seine "Goldene Henne". Führer hatte den ihm von Angela Merkel am 22. September 2004 bei einer Gala im Friedrichstadtpalast überreichten Medienpreis dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig gegeben. Außer ihm wurden die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley und der ehemalige ungarische Außenminister Gyula Horn ausgezeichnet.

Die "Goldene Henne" ist ein von mehreren Zeitschriften und dem MDR initiierter Preis. Benannt ist er nach der ostdeutschen Komikerin und Sängerin Helga Hahnemann, die von ihren Fans "Henne" genannt wurde. Christian Führer in der Nikolaikirche: "Dieser Preis gehört dem Volk." Daher wolle er ihn dem Zeitgeschichtlichen Forum aushändigen. Er sei sich sicher, dass "dort die Henne einen guten Platz bekommen wird."

Livia Loosen

Für Kinder gab es ein
Preisrätsel ...

... und Vorlesestunden

Thomas Rosenlöcher las aus seinen Büchern vor und zeigte, wie eng Humor und Ernst beieinander liegen können

Bei der "etwas anderen (N)Ostalgieshow" stand das Vergnügen im Vordergrund

Pfarrer Christian Führer übergab Museumsdirektor Rainer Eckert seine "Goldene Henne"

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