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Im Mittelpunkt des Symposions "Repression und Widerstand" am
9. Oktober im Zeitgeschichtlichen Forum stand die
Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte in
den realsozialistischen Diktaturen in Osteuropa.
Die Erinnerung und Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist notwendig.
Darin waren sich die Teilnehmer des Symposiums in der Reihe "Zeit-Fragen" in
Leipzig einig. Doch wie geht man am besten mit der Erinnerung
um? Diese Frage diskutierten Wissenschaftler aus Deutschland,
Polen, Russland
und Ungarn. Die vier Nationen haben eine wichtige Gemeinsamkeit:
Sie müssen sich mit ihrer Vergangenheit als kommunistische Diktatur
auseinandersetzen. |
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Plädoyer für internationale Zusammenarbeit:
Symposionsteilnehmer im Forum |
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Joachim Gauck, erster Bundesbeauftragter für die Unterlagen des
Staatssicherheitdienstes betonte die Bedeutung von geschichtlicher
Aufklärungsarbeit: Aus "Staatsinsassen" müssten
verantwortungsvolle Individuen werden. In der anschließenden
Podiumsdiskussion wurde vor allem eines schnell deutlich: Trotz
einiger Gemeinsamkeiten ist die Erinnerungskultur in den vertretenen
Ländern
unterschiedlich und mit verschiedenen Problemen verbunden. Das
gilt beispielsweise für die Situation der Museen: Während
Deutschland eine hohe Dichte an Erinnerungsstätten hat, gibt es
in Polen trotz einer reichen Widerstandsgeschichte weniger Museen,
die diese präsentieren. Auch die Akzeptanz der
Museen bereitet manche Probleme: Irina Scherbakowa, Mitarbeiterin
der Organisation "Memorial" in Moskau, berichtete von Schwierigkeiten
in der Zusammenarbeit mit staatlichen Einrichtungen und Einschränkungen
durch die Zensur. Gábor Kiszely, Fachdirektor des "Hauses
des Terrors" in Budapest,
musste die Erfahrung machen, dass die Notwendigkeit seines Museums
immer wieder angezweifelt wird.
Die Teilnehmer des Symposions plädierten für eine bessere
internationale Zusammenarbeit bei der Geschichtsaufarbeitung. "Rein
nationales Betrachten führt in die Enge", befürchtet
Bernd Faulenbach, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung
Haus der Geschichte und Professor an der Ruhr-Universität Bochum.
Diskutiert wurde die Frage, welche Gewichtung nationale Erinnerung
gegenüber der europäischen einnehmen solle und welchen Erfolg
gemeinsame Projekte haben können.
Eine Schwierigkeit sehen die Wissenschaftler in der Vermittlung
ihrer Erkenntnisse in der Öffentlichkeit. Oft sei die Wissenschaft
sich zwar über Landesgrenzen hinweg einig, die Bevölkerung
werde jedoch nicht erreicht. Ganz anders die Zuhörer im Zeitgeschichtlichen
Forum: Interessiert verfolgten sie die lebhafte Diskussion und
beteiligten sich rege.
Rainer Eckert
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