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Was haben Bundespräsident Horst Köhler,
der Moderator Alfred Biolek, der Schauspieler
Armin Müller-Stahl und die Schriftstellerin
Christa Wolf gemeinsam?
So schwierig die Antwort zunächst erscheint,
bei Betrachtung ihrer Biografien fällt
auf, dass alle ein ähnlich erschütterndes
Schicksal teilen: Wie Millionen deutscher
Flüchtlinge und Vertriebener verloren sie in
Folge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat jenseits
von Oder und Neiße.
Persönliche Lebenswege - eigens von uns
für diese Ausstellung erhoben - begleiten die
Besucher durch unsere aktuelle Wechselausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration", die
in Bonn am 2. Dezember 2005 unter Schirmherrschaft
und in Anwesenheit von Bundespräsident
Horst Köhler eröffnet wird. Unsere
Besucher werden die Tragödie der Entwurzelung
nicht nur in Exponaten, Bildern, Filmen
etc. sehen, sondern sich auch in ausgewählte
Einzelschicksale einfühlen können.
Zum schmerzvollen Verlust der alten Heimat
kommen die Probleme der oft langwierigen
Eingliederung in die Nachkriegsgesellschaft.
Noch 60 Jahre danach ist es für viele
der Betroffenen belastend, nicht selten sogar
quälend zurückzudenken; die Wunden sind
noch nicht verheilt. Wir erhielten bewegende
Reaktionen auf unsere Fragen. "Fast wie die
Erfüllung eines nie gegebenen Versprechens
an meine Vergangenheit und meine Eltern" sei
die Beantwortung unseres Fragebogens gewesen,
schrieb bewegt eine Betroffene. Der
Wunsch, das jahrzehntelange Schweigen zu
brechen, ist offenkundig.
Welche Kenntnisse besitzen Deutsche, Polen
und Tschechen heute über dieses dunkle
Kapitel der europäischen Geschichte? Wie soll öffentlich an Flucht und Vertreibung erinnert
werden? Antworten auf diese und andere Fragen
liegen mittlerweile in einer Studie unserer
Publikationsreihe "Zeit-Fragen" vor. Ein Umfrageergebnis
sticht heraus: Trotz aller Verträge
und trotz vielfältiger Bemühungen fürchten
61 Prozent der repräsentativ befragten
Polen, dass die Bundesregierung in der Zukunft
ehemalige deutsche Gebiete zurückfordern
werde. Ein erschreckender Wert, der uns nachdenklich
machen muss.
Unsere Ausstellung zeigt auch, dass Flucht
und Vertreibung in der Bundesrepublik keine
Tabuthemen waren - im Gegensatz zur DDR.
Gleichwohl sind sie in den 1970er und 1980er
Jahren in den Hintergrund getreten. Erst die
Gräuel im zerfallenden Jugoslawien verliehen
Flucht und Vertreibung wieder brennende Aktualität.
In Ost und West setzte man sich mit diesen Schatten der Vergangenheit mit neuer
Offenheit auseinander. Abermals greifen wir
ein hoch brisantes und emotionales Thema auf.
Besuchen Sie unsere Ausstellung! Beziehen
Sie Stellung zu einem wichtigen Kapitel der
deutschen und europäischen Geschichte!
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