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Fremde Heimat - Niedersachsen
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Flüchtlinge und Vertriebene im Landkreis Celle
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Ein halbes Jahrhundert alt
und sechs Meter lang - die
so genannte "Pommernbank".
Sie ist eine Leihgabe des
Landkreises Celle und des
dortigen Kreisarchivs und ist
nun in der neuen Wechselausstellung "Flucht, Vertreibung,
Integration" in
Bonn zu sehen.
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So genannte "Pommernbank"
mit den Wappen von Belgard
und Celle, Ende der 1950er
Jahre
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Am 16. Mai 1956 wurde in der Lüneburger
Heide, in der Nähe des traditionsreichen
Lönssteins, die so genannte Pommernbank eingeweiht.
Gestiftet von Vertriebenen erinnert
die rund sechs Meter lange massive Holzbank
an die Patenschaft, die der niedersächsische
Landkreis Celle drei Jahre zuvor für den ehemaligen
pommerschen Landkreis Belgard und
seine jetzt im Westen lebende deutsche Bevölkerung übernommen hatte. Die Initiative für
diese Patenschaft war vor allem vom damaligen
Celler Oberkreisdirektor Axel Bruns ausgegangen,
selbst ein Vertriebener aus dem
Kreis Belgard.
Diese Holzbank vermittelte das Kreisarchiv
Celle dem Haus der Geschichte für die Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration". In
Celle entstand schon 1999 - in enger Zusammenarbeit
von Wissenschaft und Archiv - eine
Ausstellung über Flüchtlinge und Vertriebene
im Landkreis, die einem bis dahin lange vernachlässigten
Thema eine neue öffentliche Präsenz
gab. Unter dem Titel "Fremde - Heimat
- Niedersachsen" wurde diese Ausstellung
zunächst im Bomann-Museum gezeigt und
danach von acht weiteren Orten in Niedersachsen übernommen. Diese lokale Ausstellungsarbeit
hat sich damit als richtungsweisend
erwiesen.
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Der Verlust von Heimat und die Suche nach
einer neuen Verwurzelung standen im Mittelpunkt dieses Ausstellungsprojekts. Lebensgeschichtliche
Interviews in der Stadt und im
Landkreis Celle hatten gezeigt, dass die Eingliederung
in die neue Heimat trotz aller äußerlichen
Erfolge in kaum einem Fall vollständig
geschehen ist.
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Blick in die Ausstellung
in Peine, 2001
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An allen Orten, in denen die
Ausstellung gezeigt wurde, fand im Vorfeld
eine umfangreiche "Spurensuche" statt, um sie durch lokal- und regionalspezifische Bezüge und Exponate auf ihr
jeweiliges Umfeld zu beziehen. Dadurch hatte dieses Ausstellungsprojekt einen hohen lokalen Wirkungsgrad. Gesprächskreise,
Vortragsveranstaltungen und ein 2001 erschienener Sammelband führten einzelne Ausstellungsthemen weiter aus. Gemeinsam blieb der
Schwerpunkt: der schwierige Prozess der Integration in die neue Umgebung sowie die Veränderungen in den Aufnahmeregionen durch
den Zustrom der Flüchtlinge und Vertriebenen.
Auf niedersächsischer Ebene wurde Celle
zu einem wichtigen Dokumentationszentrum
für dieses Thema: Das Kreisarchiv übernimmt
die schriftliche Überlieferung, das Bomann-Museum
die Objektbewahrung. Viele Flüchtlinge
und Vertriebene fanden so Ansprechpartner
außerhalb der Vertriebenenorganisationen.
Auf wissenschaftlicher Ebene wird das Projekt
weiterhin durch das Historische Seminar der
Universität von Essex/Großbritannien betreut.
Die in diesem Projekt geknüpften Kontakte sowie
Ergebnisse der Objektrecherchen sind
mittlerweile von anderen Ausstellungsmachern
genutzt worden.
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Rainer Schulze, University of Essex/Großbritannien
Rainer Voss, Kreisarchiv Celle
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