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Mit einer Lesung eröffnete am 13. Oktober
2005 der Schriftsteller Lutz Rathenow im Zeitgeschichtlichen
Forum die Ausstellung "Leben
vor dem Mauerfall. Fotografien von Harald
Hauswald". Die Ausstellung basiert auf dem
im Frühjahr 2005 unter dem Titel "Ost-Berlin.
Leben vor dem Mauerfall" neu aufgelegten und
viel beachteten Fotoband von Lutz Rathenow
und Harald Hauswald.
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Alltagsszene aus dem "real existierenden
Sozialismus"
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Als der Bildband 1987 unter dem Titel "Berlin-Ost. Die andere Seite einer Stadt" erschien,
empfand ihn die SED-Regierung als
blanke Provokation; sie ließ das Buch auf der
Leipziger Buchmesse beschlagnahmen. Hauswalds
Fähigkeit, mit seinen technisch brillanten
Fotografien die Diskrepanz zwischen Anspruch
und Wirklichkeit im "real existierenden
Sozialismus" aufzudecken, war für Staatssicherheit
und Kulturfunktionäre schwer zu ertragen.
Seine Fotos von sinnentleerten Propagandaparolen
vor bröckelnden Fassaden,
Menschenschlangen vor den Läden, Tristesse
in Neubaugebieten und auf Hinterhöfen bezeichnete
die Staatssicherheit in ihren Berichten
hilflos als "Kult der Hässlichkeit". Heute
sind diese Aufnahmen mehr denn je ein unschätzbares
Zeugnis vom "Leben vor dem
Mauerfall" in der DDR.
Henrike Girmond
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