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 Haus der Geschichte, Bonn

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Römerstadt unter dem Regierungsviertel

Archäologische Funde in der Nachbarschaft des Hauses

Aktuelle und spektakuläre Ausgrabungen im ehemaligen Bonner Regierungsviertel zeigen: Der römische Keller im Haus der Geschichte ist kein Einzelfund.

Auf dem Areal vor dem ehemaligen Plenarsaal und in unmittelbarer Nähe zum Haus der Geschichte gruben in den vergangenen Monaten Archäologen des Landschaftsverbandes Rheinland zahlreiche bedeutende Funde aus Bonns römischer Vergangenheit frei. Die Zeugen der Geschichte kamen während der Bauarbeiten für das entstehende Internationale Kongreßzentrum der Bundesstadt Bonn ans Tageslicht. Die Experten stießen auf die Überreste der römischen Zivilsiedlung von Bonn, des so genannten Vicus. Der Umfang der Funde überraschte auch die Experten. An dieser Stelle hatte niemand mit einer gr ößeren römischen Stadt gerechnet. Die sensationellen Ausgrabungen zeigen, dass der römische Keller im Haus der Geschichte kein Einzelfund ist.

Der römische Ziegelbrennofen, in dem beispielsweise Bauziegel gebrannt wurden, bestand aus einer Arbeitsgrube, von der aus der Ofen bedient wurde, und dem eigentlichen rechteckigen Ofen.

Die Archäologen legten mehrere öffentliche Bauten frei: eine Therme, einen gallorömischen Umgangstempel sowie eine monumentale, repräsentative Anlage, deren Zweck den Fachleuten derzeit noch Rätsel aufgibt. Vor allem die gut erhaltenen Reste des Badegebäudes beeindrucken die Archäologen - zeigen sie doch, wie urban das Leben im römischen Bonn außerhalb des Militärlager war. "Vorgefunden haben wir monumentale Steinbauten, die auch jedem Germanen auf der anderen Rheinseite demonstrierten, welche zivilisatorische Kraft hinter römischer Urbanität steht", so Professor Dr. Jürgen Kunow, Leiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege.

Die Archäologen fanden auch Überreste von mindestens acht charakteristischen Streifenhäusern. Mit Ton gefüllte Gruben und Glassfluss zeigen, dass Töpfer und Glasbläser dort ihre Werkstätten hatten. Ein außergewöhnlich gut erhaltener Ziegelbrennofen zeugt von einem weiteren Handwerk in der Siedlung. Beeindruckend sind auch die riesigen Lehmgruben, in denen im zweiten und dritten Jahrhundert Abfall entsorgt wurde. Sie sind ein Glücksfall für die Wissenschaftler, denn der Müll lässt Rückschlüsse auf die damaligen Lebensumstände zu.

Geert Schmelzer

Auch ein Fund aus der Vergangenheit: Ein Helm der amerikanischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg kam bei den Ausgrabungen ans Tageslicht.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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