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Im Palais Schaumburg und
im Bundesratsgebäude
zeigen neue Ausstellungen
des Hauses der Geschichte
die Entwicklung wichtiger
Institutionen der deutschen
Demokratie.
400 Exponate spiegeln im Palais Schaumburg
ein Stück bundesrepublikanische Geschichte
wider. Zu sehen sind Fotos und Dokumente,
aber auch Privates wie eine signierte
Pralinenschachtel von Nikita Chrustschow
oder Zigarrenspitzen von Ludwig Erhard.
Das Palais Schaumburg schaut zurück auf
eine wechselvolle Geschichte, bevor Konrad
Adenauer es am 5. November 1949 zu seinem
Dienstsitz erklärte. Gebaut 1860 als repräsentative
Villa des Textilkaufmanns Wilhelm
Loeschigk, fiel das Gebäude in den Besitz des
Prinzen Adolf zu Schaumburg-Lippe und seiner
Frau, deren Namen es noch heute trägt. Nach
dem Tod des Prinzen heiratete seine Frau erneut.
Doch ihr neuer Mann brachte schnell ihr
gesamtes Vermögen durch, so dass das Palais
versteigert werden musste. Ab 1939 war es
Sitz militärischer Dienststellen, von 1945 bis
1949 nutzten britische und belgische Soldaten
das Gebäude.
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Bei der Eröffnung des Informationszentrum
Föderalismus im
ehemaligen Bundesratsgebäude:
Bundesratspräsident Peter
Harry Carstensen (M.), S.E. der
Präsident des Hohen Rates
der Regionen der Republik Mali,
Oumarou Ag Mohamed Ibrahim
(l.), und Hans Walter Hütter (r.).
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Bis 1976 arbeiteten Adenauers Nachfolger
in der Villa. Dann zog Helmut Schmidt um in
einen dunklen Neubau, dem er den "Charme
einer Sparkasse" bescheinigte.
Gleich nebenan befindet sich das 1920 erbaute Bundesratsgebäude. Eigentlich vom Architekten
Martin Witte als Pädagogische Akademie
entworfen, diente das Haus ab September
1948 als Tagungsort des Parlamentarischen
Rates. Am 23. Mai 1949 wurde hier feierlich
das mit 53 gegen 12 Stimmen beschlossene
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
verkündet. Nach Um- und Ausbauarbeiten
fungierte das als "Bundeshaus Bonn" bekannt
gewordene Gebäude als Sitz von Bundesrat
und Bundestag. Am 7. September 1949 trat
der Bundesrat im neu errichteten Nordflügel
zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Die Ausstellung erläutert mit Fotos, Dokumenten
und Filmen die Geschichte des
Bundesrates und zeigt die Entwicklung des
Föderalismus in Deutschland. Der Besucher
erhält so einen umfassenden Überblick über
die Funktion und den Aufbau unserer bundesstaatlichen
Ordnung. Besuchergruppen haben
außerdem die Möglichkeit, den historischen
Tagungssaal des Bundesrats zu sehen, in dem
das Grundgesetz verkündet wurde.
Meike Rosenplänter
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Zur Eröffnung im Palais
Schaumburg kamen die
Adenauer-Enkel Konrad
Adenauer (l.) und Irene
Dieckmann-Adenauer (2. v. r.).
Hinter dem Schreibtisch
ihres Großvaters stehen
sie zusammen mit Bernd
Neumann, Staatsminister für
Kultur und Medien (r.), und
Hans Walter Hütter (2. v. l.).
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