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Heimat und Exil

Ausstellungseröffnung im Jüdischen Museum Berlin

Die gemeinsame Ausstellung "Heimat und Exil. Emigration der deutschen Juden nach 1933" der Stiftungen Jüdisches Museum und Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist nach dreijähriger Vorbereitungszeit am Donnerstag, dem 28. September 2006, im Jüdischen Museum in Berlin eröffnet worden.

Die Eröffnungsveranstaltung fand im Konzertsaal im Altbau des Jüdischen Museums statt. Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste von Cilly Kugelmann, der Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin und von Dr. Hans Walter Hütter, dem Vertreter des Präsidenten des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.Zur Einführung sprachen Avi Primor, Direktor des Zentrums für Europäische Studien in Herzliya, Israel und ehemaliger Botschafter Israels in der Bundesrepublik Deutschland und Prof. Dr. W. Michael Blumenthal, Direktor des Jüdischen Museums Berlin.

Jürgen Reiche (l.) und Hans Walter Hütter (r.) vom Haus der Geschichte bei der Pressekonferenz im Jüdischen Museum zur Eröffnung der Ausstellung "Heimat und Exil"

Die Ausstellung beleuchtet exemplarisch unterschiedliche Biografien im historischen Kontext. Unter ihnen auch die Michael Blumenthals. Ihm fiel nach seinen eigenen Worten anlässlich der Eröffnung der Neuanfang leichter als seinen Eltern. Für ihn war es auch ein Stück Abenteuer, da er noch jung war - für die Eltern dagegen war die Emigration ein Trauma. Ein Foto der Ausstellung zeigt ihn als 13-jährigen 1939 auf der Überfahrt nach Shanghai.

Auf 900 Quadratmetern erzählt die Ausstellung anhand von 1.500 Exponaten von Verfolgung und Fluchtvorbereitung, von Reisewegen in eine ungewisse Zukunft und vom Neuanfang in einer fremden Welt. Sie zeichnet anhand einzelner Schicksale die ersten Jahre in den Aufnahmeländern nach und berichtet von den Schwierigkeiten, sich eine neue materielle Grundlage zu schaffen und sich an eine fremde Umgebung, ungewohnte klimatische Bedingungen und kulturelle Eigenarten anzupassen.Die Länder, in denen die meisten deutschen Juden Zuflucht fanden - USA, Großbritannien, Palästina und einige lateinamerikanische Staaten - sowie zwei exotische Fluchtorte, Schanghai und die Dominikanische Republik, stehen dabei im Mittelpunkt.

Werner Michael Blumenthal, heute Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, erfuhr als Kind selbst das Schicksal von Emigration und Exil.

Die Ausstellung greift dabei auf reiches biografisches Material bekannter und unbekannter Emigranten zurück und leistet damit einen Beitrag, dieses zentrale Kapitel deutscher Zeitgeschichte emotional begreifbar zu machen. Einige der Leihgeber konnten es ermöglichen, zur Eröffnung nach Berlin zu kommen. Durch ihre persönliche Teilnahme und zahlreiche Gespräche verliehen sie diesem Abend eine besondere Authentizität.

"Heimat und Exil" wird im Jüdischen Museum Berlin noch bis zum 9. April 2007 zu sehen sein. Im Anschluss daran ist eine Präsentation im Bonner Haus der Geschichte vom 17. Mai bis zum 7. Oktober 2007 sowie im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig von Dezember 2007 bis Februar 2008 geplant.

Stephanie Jakobs

Heimat und Exil
29.9.2006-9.4.2007
Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9-14
10969 Berlin

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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