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"Ich möchte am liebsten weg sein und bleibe
am liebsten hier", ist eine Textzeile aus "Und als
wir ans Ufer kamen". Dieses Lied schrieb Wolf
Biermann kurz vor seiner Ausbürgerung - bevor
er 1976 nach Hamburg ging. Am Vorabend
des diesjährigen Symposions der Reihe "Zeit-Fragen", im Oktober 2006, gab Wolf Biermann
zum Thema "Exil" vor über 400 Besuchern ein
Konzert im Zeitgeschichtlichen Forum.
Mit unvergessenen Liedern wie "Preußischer
Ikarus" oder "In diesem Lande leben wir, wie
Fremdlinge im eigenen Haus" zog der Liedermacher
an diesem Abend ein musikalisches Resümee
seiner Erfahrungen von Opposition und
Repression, Ausbürgerung und Exil. Über zwei
Stunden sang, erzählte, gestikulierte, erklärte
und schimpfte er. Biermann unterbrach seine
Lieder immer wieder, um Anekdoten zu erzählen oder Spitzen gegen die "vertrauten Feinde" und "Schweinehunde" vorzubringen. Er beschrieb seine Erfahrungen, wie es sei, weggehen zu müssen und wieder zu kommen. Er habe eine "uralte Lektion" gelernt: Menschen, die aus dem Exil zurückkehren, würden nach einiger Zeit merken, dass sie nicht mehr dazugehören, dass sie auf neue Weise in die Fremde kämen. Sie selbst seien zwar die alten, aber auch durch Erfahrungen und Enttäuschungen verändert. Mit dem Lied "Heimat" verabschiedete sich der Künstler von seinem begeisterten Publikum im Saal und vor der Übertragungswand im Foyer. Er signierte geduldig Autogramme, gab Interviews und hatte es nicht eilig, nach Hause zu kommen.
Eike Kerstin Hemmerling
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