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Seit rund 30 Jahren ist Monika Piel beruflich
mit dem Radio verbunden. Als Moderatorin
ist sie WDR-Hörern aus vielen Sendungen
wie dem „Morgenmagazin“, dem „Mittagsmagazin“ oder „Zwischen Rhein und Weser“ bekannt. In ihrer fast zehnjährigen
Amtszeit als Hörfunkdirektorin hat Monika Piel den
WDR-Hörfunk maßgeblich geprägt. Seit April
2007 steht sie dem WDR als Intendantin vor.
mm Welche Bedeutung hat der Hörfunk heute?
Piel Der Hörfunk hat auch heute in Konkurrenz
mit vielen neuen und attraktiven Medien
immer noch den überzeugenden Vorteil der
großen Verbreitung und Präsenz. Es ist zu jeder
Zeit und an allen Orten möglich, Radio zu
hören. Ein besonderer Aufwand oder spezielle
aufwändige Geräte sind nicht nötig - rund
300 Millionen UKW-Empfänger in Deutschland
machen dies möglich.
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Röhrenradiogerät „Nova
Mod. GW 152“ aus den
1950er Jahren aus der
Dauerausstellung des Hauses
der Geschichte. An diesem
Gerät können die Besucher
Hörfunkbeiträge aus der
Nachkriegszeit auswählen.
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Durch seine lange Tradition -
das Radio ist das älteste elektronische
Medium - haben die Menschen aller Generationen
die Mediennutzung gelernt. Radio hören
und ein Radiogerät bedienen ist kinderleicht.
Radio ist für viele immer noch das schnellste
Medium und auch das verlässlichste. Die
Akzeptanz der Informationen - siehe Nachrichten,
Verkehrshinweise, Informationen in
außergewöhnlichen Unfall- oder gar Katastrophensituationen -
ist sehr hoch. Hier ist das
Radio auch häufig das bevorzugte Medium.
Zudem kann es beim Autofahren und auch am
Arbeitsplatz gehört werden. Das Internet ist
für den Hörfunk eher ein unterstützendes als
ein konkurrierendes Medium. Viele hören Radio
nicht mehr unbedingt über UKW, sondern
verstärkt über das Internet.
mm Hat das Radio Ihre Kindheit geprägt?
Piel Ich erinnere mich, wie wichtig für meinen
Großvater und Vater die Radionachrichten
waren. Außerdem war das Radio Lieferant
für Unterhaltungsmusik, damals in erster Linie
deutsche Schlager. Wichtig wurde Radio für
mich in den frühen 60er Jahren als Jugendliche,
als ich das Medium für mich selbst und
meine Interessen entdeckte.
mm Welches Ereignis der Zeitgeschichte hat
Ihre Arbeit besonders beeinflusst?
Piel Das sind ganz eindeutig die Perestroika und
Wendejahre. Ich habe damals für aktuelle
Sendungen im WDR-Hörfunk gearbeitet und
selbst über diese Ereignisse berichtet. Wobei
die Berichterstattung über die Lage in der Sowjetunion,
Gorbatschows Umwälzungen - aber
auch sein Sturz - tiefgreifende Erfahrungen
waren. Spannung, Hektik und auch Emotionen
prägten die journalistische Arbeit dieser Zeit.
Wir waren uns sehr bewusst, welche große
Verantwortung wir als Berichterstatter der Öffentlichkeit gegenüber
hatten.
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