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Das Boot

Geschichte · Mythos · Film

In den Jahren 1980/81 produzierte die Münchner Bavaria Film GmbH den Film „Das Boot“ nach einem Roman von Lothar-Günther Buchheim. Die künstlerischen Leistungen, die strapaziösen Dreharbeiten und die im Rahmen eines Spielfilms „realistische“ Darstellung an Bord eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg haben den Film zur Legende gemacht. Eine Ausstellung im Haus der Geschichte dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Films und informiert über die historischen Hintergründe des U-Boot-Krieges.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs knüpfte die deutsche Seekriegsleitung militärisch und ideologisch an die Vorbilder der kaiserlichen Marine an. Die nationalsozialistische Propaganda feierte die Leistungen einzelner „U-Boot-Asse“ wie Günther Prien, Erich Topp oder Joachim Schepke bei der Versenkung von Handels- und Kriegsschiffen. Ab Frühjahr 1943 nahmen aber die Verluste auf Grund der technischen Überlegenheit und verbesserten Abwehr der Alliierten massiv zu. Begleitet von Durchhalteparolen der Admiralität kämpften die Besatzungen, die sich bis zum Schluss mehrheitlich aus Freiwilligen rekrutierten, bis zur deutschen Kapitulation weiter.

Bis heute lassen sich die genauen Zahlen der verletzten oder getöteten alliierten Soldaten, Seeleute und Passagiere auf den von deutschen U-Booten torpedierten Schiffen während des Zweiten Weltkrieges nicht ermitteln. Allein die britische Handelsmarine verlor mehr als 32.000 Mann. Die Verluste auf deutscher Seite waren so hoch wie bei keiner anderen Waffengattung. Mindestens 28.000 von insgesamt etwa 45.000 U-Boot-Fahrern kamen ums Leben.

Der 1973 erschienene Roman von Lothar-Günther Buchheim basiert auf persönlichen Erinnerungen des Autors, der als Kriegsberichterstatter der U-Boot-Waffe schon 1943 mit „Jäger im Weltmeer“ ein Buch über seine Erlebnisse vorgelegt hatte, das während des Krieges jedoch nicht mehr in den Buchhandel gelangte.

Beklemmend, packend, kontrovers

1975 schloss Buchheim einen Vertrag mit der Bavaria Film über die Verfilmung von „Das Boot“ ab. Zunächst geplante Kooperationen mit amerikanischen Partnern, den Regisseuren John Sturges und Don Siegel sowie mit Stars wie Robert Redford und Paul Newman scheiterten. Schließlich entschied sich das Filmunternehmen für eine rein deutsche Produktion unter der Regie von Wolfgang Petersen. Der Film, von dem es eine Kinofassung und eine umfangreichere Fernsehversion gibt, zeigt in packenden Bildern eine Gruppe von Menschen unter extremen, klaustrophobischen Bedingungen in einem spannungsreichen Wechsel aus beklemmender Ruhe und dramatischen Gefahrensituationen. Seine Premiere löste ein kontroverses Medienecho aus. Kritisiert wurden die kommerzielle Oberflächlichkeit, die aktionsreiche Dramaturgie sowie die vermeintliche Mythisierung der „U-Boot-Waffe“. Positiv hervorgehoben wurden die schauspielerischen Leistungen, die Filmmusik und die Kameraführung. Die bis dahin mit 25 Millionen Mark aufwändigste deutsche Filmproduktion erhielt sechs Oscar-Nominierungen und wurde zu einem Welterfolg. Mit 5,8 Millionen Besuchern gehört „Das Boot“ bis heute zu den zehn erfolgreichsten deutschen Filmen.

Antoinette Lepper-Binnewerg

Ein U-Boot fährt nach einer Feindfahrt 1941 in den Hafen ein. „Tonnage-Wimpel“ zeigen Anzahl und Größe der versenkten Schiffe an.

Szenenfoto mit Klaus Wennemann (Leitender Ingenieur), Jürgen Prochnow (Kommandant „Kaleu“), Herbert Grönemeyer (Leutnant Weber), Martin Semmelrogge (2. Wachoffizier) und Hubertus Bengsch (1. Wachoffizier) (v.l.n.r.)

Die Ausstellung „Das Boot. Geschichte · Mythos · Film“ ist vom 16. November 2007 bis zum 24. Februar 2008 im Haus der Geschichte zu sehen. Sie wurde vom Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Kuratorenteam „Das Boot Revisited“ - Carsten Bauer, Sven Femerling, Niclas Dietrich und Georg Grill - mit Unterstützung der Bavaria Film GmbH realisiert und vom Haus der Geschichte um historische Zusammenhänge erweitert.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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