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Jeder kennt die Situation:
Eine festlich gedeckte Tafel,
beim Einschenken des
Kaffees fällt der Deckel der
Kanne in die Tasse, das
Tischtuch ist bekleckert,
alle Augen richten sich auf
den „Übeltäter“. Das ist der
Augenblick, in dem man den
Designer des Kaffee-Services
verflucht. Margarete Jahny
und Erich Müller haben sich
in der DDR dieses Problems
angenommen.
Bei der Gestaltung des Hotelgeschirrs „Rationell“ orientierten
sich die Designer an den Anforderungen
der Gastronomie. Sie entwickelten
einen passgenauen, innen speziell
ausgeformten Deckel, mit dem das tropfsichere
Kännchen einhändig zu bedienen war.
Während des Eingießens konnte der Deckel
nicht mehr herausfallen. Diese Idee ließen sich
die Designer patentieren.
„Rationell“ war stabil, stapelbar und konnte
auch maschinell gereinigt werden. Zunächst
entstanden 1969/70 ein Gedeck für Kaffee sowie
eine Kanne für Mokka und Tee als erste
Bestandteile der später umfangreichen „Rationell“-Serie.
Von den Hotels und Gaststätten in
der DDR fand „Rationell“ seinen Weg auch als
individuelles Konsumgut in zahlreiche
Haushalte.
Die Formgestalter Margarete Jahny und
Erich Müller schufen mit „Rationell“ Anfang
der 1970er Jahre einen „Klassiker“ unter den
Tisch- und Tafelgeräten in der DDR. Produziert
wurde die funktionelle, zeitlose Form
von „Rationell“ rund 20 Jahre lang.
In den umfangreichen und vielfältigen Beständen
der Sammlung Industrielle Gestaltung
für Alltags- und Produktkultur der DDR befinden
sich neben diesem klassischen Beispiel
der Designgeschichte viele weitere Objekte
aus allen Bereichen des alltäglichen Lebens,
darunter Tisch- und Tafelgeräte - von der Keramikvase
bis zum Essbesteck. Verschiedene
Nachlässe, z.B. der von Margarete Jahny, bereichern
den Bestand der Sammlung Industrielle
Gestaltung.
Dietmar Preißler/ Thorsten Krause
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Faltblatt zur Serie „Rationell“ des
VEB Porzellanwerk Colditz, 1986
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Mit ca. 160.000 Objekten
besitzt die Sammlung Industrielle
Gestaltung eine qualitativ
und quantitativ einzigartige
Sammlung zur Geschichte
der Produkt- und Alltagskultur
der DDR. Nach dem Umzug
in ein neues, den musealen
Ansprüchen entsprechendes
Depot, ist nun das Augenmerk
auf die digitale Dokumentation
und Erschließung des Bestandes
gerichtet. Ziel ist es,
Schritt für Schritt die Objekte
zu erfassen. Der Fotoapparat „Penti II“ wurde im Oktober
2007 als erstes Objekt in die
Online-Datenbank SINT eingestellt.
Damit beginnt auch
für die Sammlung Industrielle
Gestaltung nach der Übernahme
durch die Stiftung Haus
der Geschichte das digitale
Zeitalter.
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