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Der Trabant, liebevoll „Trabi“ genannt,
galt als „Volkswagen“ der
Ostdeutschen. Ab dem 7. November 1957
rollte er beim VEB Sachsenring
Automobilwerke Zwickau
vom Band. 1991 wurde die
Produktion eingestellt.
Kriegsfolgen und Materialmangel, unter
denen die einst in Mitteldeutschland blühende
Autoindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg
litt, bestimmten die Konstruktion des Trabants.
So entwickelte die junge DDR Anfang
der 1950er Jahre für Autokarosserien ein exotisches
Material aus in Phenolharz getränkten
Baumwollabfällen - Duroplast - im Volksmund„
Plaste“. In Verbindung mit dem kleinen 18 PS
Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 500 ccm Hubraum
entstand der zweitürige Kleinwagen, der
eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichte.
Bei der Entwicklung des P 70 und seines
Nachfolgers P 50 orientierten sich die Konstrukteure
in der DDR an vergleichbaren bundesdeutschen
und italienischen Fahrzeugtypen.
Von 1958 bis 1963 wurden in den verschiedenen
Ausführungen ca. 132.000 Exemplare
ausgeliefert. Vom 1963 vorgestellten Nachfolgermodell
P 60 mit 23 PS Leistung wurden bis
1964 - inzwischen in Fließbandfertigung - mehr
als 106.000 Fahrzeuge gebaut.
Ab Frühjahr 1964 unterschied sich der
Trabant 601 vom Vorgänger vor allem durch
die modernisierte Karosserie. Insgesamt
wurde
der Trabant sicherer und ein wenig komfortabler.
Zweifarbigkeit, verchromte Stoßstangen
und eine attraktivere Innenausstattung
hoben
das Modell „601 S“ von der Standardvariante
ab. Die Motorleistung stieg auf 26 PS.
Von
1964 bis 1990 wurden vom Trabant 601
in
allen Varianten ca. drei Millionen Exemplare
ausgeliefert. Zum Vergleich: Der VW-Käfer entstand
in mehr als 21,5 Millionen Exemplaren
weltweit. Statt des Zweizylinder-Zweitakters
kam ab dem 26. Juli 1989 der aus dem
VWPolo
bekannte Vierzylindermotor zum Einsatz,
der in Lizenz der VW AG in Chemnitz gefertigt
wurde.
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Werbeaufnahmen am
Dresdner Elbufer für den
Trabant P 50, Ende der
1950er Jahre
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Der Trabant P 601 als Kombi,
hier um 1975, war besonders
bei Hand- und Heimwerkern
beliebt.
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Mit der Geschichte des
Automobilbaus in der
sächsischen Industriestadt
Zwickau beschäftigt sich das
August Horch Museum. Teile
des Gebäudekomplexes, an
dessen Stelle August Horch
die späteren Audi-Werke
gründete, wurden vom VEB
Sachsenring Automobilwerke
Zwickau für die Trabant-
Produktion genutzt.
August Horch Museum
Audistraße 7, 08058 Zwickau
Tel: 03 75 / 27 17 38 0
Fax: 03 75 / 27 17 38 11
info@horch-museum.de
www.horch-museum.de
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Vom täglichen Begleiter zum Museumsobjekt
Trotz technischer Probleme, zäher Fortentwicklung
und hoher Reparaturanfälligkeit war
der „Trabi“ für viele Menschen in der DDR ein
täglicher Begleiter. Oft warteten die Besteller
mehr als zehn Jahre auf einen Neuwagen. Da
die Produktionskapazität der Nachfrage nie
standhalten konnte, waren Gebraucht- und
Altwagen ebenso begehrt wie Neufahrzeuge.
Nach dem Fall der Mauer hatte der „Trabi“ im
Westen einige Jahre Kultcharakter.
In Museen können „Trabis“ heute viel „erzählen“:
Im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
der Stiftung Haus der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland visualisiert
ein Trabant,
der ursprünglich für die NVA vorgesehen war,
die Freude an der neu gewonnenen Freiheit
nach dem Fall der Mauer. Mit einem Trabant,
der ursprünglich einem Funktionär in der
SED-Prominentensiedlung Wandlitz gehörte,
floh im Herbst 1989 der Sohn des Erstbesitzers
mit seiner Familie über die ungarisch-österreichische
Grenze in die Freiheit. Dieser „Trabi“ und
viele weitere Belege zeugen hiervon im
Haus der Geschichte in Bonn.
Hans Walter Hütter
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