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 Haus der Geschichte, Bonn

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Editorial

 

Editorial

Orte des Erinnerns

Ausstellungseröffnungen in Bonn und Leipzig

Das Haus der Geschichte widmet sich in den kommenden Monaten einem Phänomen, das ebenso faszinierend wie widersprüchlich ist: Am 11. Dezember 2007 eröffnen wir in Bonn die Ausstellung „Skandale in Deutschland nach 1945“. 20 Fallbeispiele aus Politik, Wirtschaft, Sport oder Kultur erinnern an die Ereignisse, beleuchten das gesellschaftliche Wertesystem und verfolgen Wandlungsprozesse in der politischen Kultur. Die Ausstellung erinnert an viele tief im kollektiven Gedächtnis verankerte Skandale. Schlagworte wie „Nitribitt“, „Contergan“ oder „Hitler-Tagebücher“ rufen bei vielen Menschen Erinnerungen wach. Bücher, Fernsehberichte und Zeitungsartikel rollen die Ereignisse immer wieder auf.

Für uns als Ausstellungsmacher brachte das Thema besondere Herausforderungen mit sich. Beispielsweise musste die DDR-Geschichte fast vollständig ausgeblendet werden: Hier gab es bis 1989 keine kritische Öffentlichkeit, die Grundbedingung eines jeden Skandals ist.

Beim Rundgang durch die neu eröffnete Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig: Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, Marianne Birthler, Hans Walter Hütter (v.l.n.r.)

Aber am Beispiel der gefälschten Kommunalwahlergebnisse vom Mai 1989 können sich unsere Besucher zugleich ein Bild davon machen, wie gefährlich ein Skandal für die bereits brüchige Diktatur in Ostdeutschland werden konnte.

Diese Erschütterungen waren eine Ursache der friedlichen Revolution im Herbst ’89, die in unserer überarbeiteten Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig ein Schwerpunktthema ist. Die Wiedereröffnung am 9. Oktober 2007 mit Staatsminister Bernd Neumann MdB war der Höhepunkt der vergangenen Monate. In seiner Eröffnungsrede hob er die Bedeutung der Ausstellung als „Ort des lebendigen Erinnerns“ hervor, an dem das SED-Unrecht konsequent und ohne Relativierung dargestellt werde. Die visuell attraktive und erlebnisorientierte Umgestaltung hat bereits in den ersten Wochen nach der Eröffnung ein breites Publikum begeistert.

In Bonn haben wir am 15. November 2007 die Foyerausstellung „Das Boot. Geschichte . Mythos . Film“ eröffnet. Die Ausstellung wurde federführend vom Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main erarbeitet. Bei der Übernahme haben wir die Entstehungsgeschichte des äußerst erfolgreichen Films um historische Zusammenhänge erweitert. In der Ausstellung erinnern wir gleichermaßen an die Hintergründe des U-Boot-Krieges wie an seine gesellschaftliche Rezeption und die filmische Verarbeitung dieses Themas Anfang der 1980er Jahre.

Unseren Besuchern in Bonn und Leipzig bieten wir somit an den bevorstehenden Wintertagen ein vielfältiges und attraktives Ausstellungsprogramm. Zu interessanten Einblicken in die Zeitgeschichte lade ich Sie herzlich ein.

Prof. Dr. Hans Walter Hütter
Präsident

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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