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Mehr als 500 Gäste aus
Politik, Kultur und Gesellschaft
kamen am 9. Oktober
2007 in das Zeitgeschichtliche
Forum Leipzig.
Kulturstaatsminister Bernd
Neumann MdB eröffnete dort
die neu gestaltete Dauerausstellung
des Museums.
Unter den Gästen waren Marianne Birthler,
Bundesbeauftragte für die Unterlagen des
Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
DDR,
Dr. Eva-Maria Stange, Wissenschaftsministerin
des Freistaates Sachsen, sowie Udo Reiter,
Intendant
des MDR.
Rund 700.000 Besuche zählte die „alte“ Dauerausstellung seit der Eröffnung
1999. Dazu kommen fast 600.000 Besuche
in den Wechselausstellungen. Das Museum
im Herzen Leipzigs ist damit nicht
nur das bestbesuchte Museum am Ort,
sondern auch das am meisten besuchte
Geschichtsmuseum in den neuen Bundesländern.
Für die überarbeitete Dauerausstellung
wurden die neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnisse
berücksichtigt. Die Ausstellungsfläche
konnte um 200 auf 2.000 Quadratmeter
erweitert
werden, über 3.200 Exponate sind jetzt
zu sehen, rund 800 sind neu hinzugekommen.
Besonders augenfällig für viele Besucher:
der Schreibtisch von Wilhelm Pieck, an
dem bis Mitte der 1950er Jahre das SED-Politbüro
tagte. Zusammen mit anderen Exponaten,
darunter ein Wandteppich mit dem Porträt des
DDR-Präsidenten, veranschaulicht er Bürokratisierung
und Zentralisierung im Partei- und
Staatsapparat.
Neue biografische Elemente in der Dauerausstellung
laden die Besucher ein, die Geschichten
hinter den Gesichtern zu entdecken.
Dazu gehören auch interaktive Terminals mit
ostdeutschen Lebensgeschichten, erzählt von
Opfern und Tätern.
Würdigung der Zivilcourage
Prof. Dr. Hans Walter Hütter, der Präsident
der Stiftung Haus der Geschichte der
Bundesrepublik
Deutschland, erinnerte in seiner Rede
besonders an den 9. Oktober 1989, an
dem
70.000 mutige Leipziger eine erste „Bresche“ in
die Allmacht der kommunistischen Diktatur
schlugen, zum damaligen Zeitpunkt noch
mit völlig ungewissem Ausgang. Ohne die weltpolitischen
Veränderungen in Polen, Ungarn und
vor allem der Sowjetunion wäre dies nicht möglich
gewesen - auch das zeigt die Ausstellung.
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Pressekonferenz mit Jürgen
Reiche, Hans Walter Hütter,
Daniel Kosthorst und Rainer
Eckert (v.l.n.r.)
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Kulturstaatsminister
Bernd Neumann MdB bei
seiner Eröffnungsrede
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Ein erster Rundgang, (v.l.n.r.):
Kulturstaatsminister Bernd
Neumann
MdB, Hans Walter Hütter,
Jürgen Reiche, Marianne Birthler
und Rainer Eckert
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Großes Interesse fanden
die Medienstationen mit
biografischen Leitlinien.
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Zentrales Element der Dauerausstellung
bleibt „die Würdigung der Zivilcourage unter
den Bedingungen der Diktatur“. Dies machte
auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann
MdB deutlich, der sich in seinem Eröffnungsvortrag
gegen alle - auch aktuelle - Tendenzen
wandte, die SED-Diktatur zu verharmlosen
oder zu rechtfertigen. In diesem Kontext
komme
dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
als
Ort der Erinnerung an die kommunistische
Diktatur
eine wichtige Rolle zu.
Prof. Dr. Rainer Eckert betonte, dass die
Ausstellung stärker als bisher den Alltag in der
DDR in den Vordergrund rücke - zwischen Arbeit,
Wohnen, Freizeit und Urlaub - ohne aber
einer Ostalgie Vorschub zu leisten. „Der Besucher
soll den Gegensatz zwischen Anspruch
und Wirklichkeit in einer Diktatur nachvollziehen
können“, erläuterte der Direktor des Zeitgeschichtlichen
Forums.
Die Leipziger selbst, aber auch Touristen,
die die „Heldenstadt“ rund um den 9. Oktober
2007 besuchten, zeigten sich berührt von der
neu gestalteten Dauerausstellung: „Eine aufklärende,
interessante und für uns aufregende
Ausstellung. Danke“, lautete ein Kommentar im
Besucherbuch. In der ersten Woche nach
der
Neueröffnung haben bereits 3.000 Besucher die
Ausstellung gesehen.
Peter Hoffmann
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