Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

Übersicht  
Titel  
Ausstellungen  
Infothek  
Ausgewählt  
Brennpunkt  
Zeitgeschichtliches
Forum Leipzig     
 Teilung und Einheit, Diktatur
 und Widerstand
Berlin        
                       
Karikatur                       
Editorial                      
Archiv                
Termine 4/2007                
Impressum 4/2007                
                       
                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

 

Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand

Neue Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig eröffnet

Mehr als 500 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft kamen am 9. Oktober 2007 in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB eröffnete dort die neu gestaltete Dauerausstellung des Museums.

Unter den Gästen waren Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Dr. Eva-Maria Stange, Wissenschaftsministerin des Freistaates Sachsen, sowie Udo Reiter, Intendant des MDR.

Rund 700.000 Besuche zählte die „alte“ Dauerausstellung seit der Eröffnung 1999. Dazu kommen fast 600.000 Besuche in den Wechselausstellungen. Das Museum im Herzen Leipzigs ist damit nicht nur das bestbesuchte Museum am Ort, sondern auch das am meisten besuchte Geschichtsmuseum in den neuen Bundesländern.

Für die überarbeitete Dauerausstellung wurden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt. Die Ausstellungsfläche konnte um 200 auf 2.000 Quadratmeter erweitert werden, über 3.200 Exponate sind jetzt zu sehen, rund 800 sind neu hinzugekommen.

Besonders augenfällig für viele Besucher: der Schreibtisch von Wilhelm Pieck, an dem bis Mitte der 1950er Jahre das SED-Politbüro tagte. Zusammen mit anderen Exponaten, darunter ein Wandteppich mit dem Porträt des DDR-Präsidenten, veranschaulicht er Bürokratisierung und Zentralisierung im Partei- und Staatsapparat.

Neue biografische Elemente in der Dauerausstellung laden die Besucher ein, die Geschichten hinter den Gesichtern zu entdecken. Dazu gehören auch interaktive Terminals mit ostdeutschen Lebensgeschichten, erzählt von Opfern und Tätern.

Würdigung der Zivilcourage

Prof. Dr. Hans Walter Hütter, der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, erinnerte in seiner Rede besonders an den 9. Oktober 1989, an dem 70.000 mutige Leipziger eine erste „Bresche“ in die Allmacht der kommunistischen Diktatur schlugen, zum damaligen Zeitpunkt noch mit völlig ungewissem Ausgang. Ohne die weltpolitischen Veränderungen in Polen, Ungarn und vor allem der Sowjetunion wäre dies nicht möglich gewesen - auch das zeigt die Ausstellung.

Pressekonferenz mit Jürgen Reiche, Hans Walter Hütter, Daniel Kosthorst und Rainer Eckert (v.l.n.r.)

Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB bei seiner Eröffnungsrede

Ein erster Rundgang, (v.l.n.r.): Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB, Hans Walter Hütter, Jürgen Reiche, Marianne Birthler und Rainer Eckert

Großes Interesse fanden die Medienstationen mit biografischen Leitlinien.

Zentrales Element der Dauerausstellung bleibt „die Würdigung der Zivilcourage unter den Bedingungen der Diktatur“. Dies machte auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann MdB deutlich, der sich in seinem Eröffnungsvortrag gegen alle - auch aktuelle - Tendenzen wandte, die SED-Diktatur zu verharmlosen oder zu rechtfertigen. In diesem Kontext komme dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig als Ort der Erinnerung an die kommunistische Diktatur eine wichtige Rolle zu.

Prof. Dr. Rainer Eckert betonte, dass die Ausstellung stärker als bisher den Alltag in der DDR in den Vordergrund rücke - zwischen Arbeit, Wohnen, Freizeit und Urlaub - ohne aber einer Ostalgie Vorschub zu leisten. „Der Besucher soll den Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in einer Diktatur nachvollziehen können“, erläuterte der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums.

Die Leipziger selbst, aber auch Touristen, die die „Heldenstadt“ rund um den 9. Oktober 2007 besuchten, zeigten sich berührt von der neu gestalteten Dauerausstellung: „Eine aufklärende, interessante und für uns aufregende Ausstellung. Danke“, lautete ein Kommentar im Besucherbuch. In der ersten Woche nach der Neueröffnung haben bereits 3.000 Besucher die Ausstellung gesehen.

Peter Hoffmann

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang