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Die Ziele waren hoch gesteckt: Nur das Beste für Wohnung, Arbeitsplatz und Kindergarten sollte es sein. Ein Faltblatt von Dresdner Design-Studenten aus dem Jahr
1951 verdeutlicht, was unter diesem Anspruch in der DDR verstanden wurde. Geschirr und Besteck, Möbel, Spielzeug, Stoffe und natürlich politische Plaketten waren
die Ergebnisse von Studienarbeiten der Hochschule für Bildende Künste.
Die Ansätze für gutes Produktdesign in der DDR waren bereits um 1950 vielversprechend, Lehrer und Studenten experimentierfreudig. Margarete Jahny, die später
Klassiker wie das Hotelgeschirr „Rationell“ entwarf, ist hier mit praktischem Geschirr für Kindergärten vertreten. Der Keramiker Rudolf Kaiser schuf
alltagstaugliche Warmhaltekannen. Erwin Andräs Rutsche nahm seine späteren Entwürfe für die DDR-Spielzeugindustrie vorweg. Der Schaukelwagen des heutigen
Holzbildhauers Hans Brockhage errang auch international Designpreise („spiel gut“, Ulm 1956). Er wurde bis 1990 in der DDR produziert – und in der
Bundesrepublik kopiert.
Im Zeichen der Planwirtschaft
Das Faltblatt „Das Beste für den Werktätigen“ befindet sich im mehr als 10.000 Objekte umfassenden Plakat-Bestand der Sammlung Industrielle Gestaltung
Berlin. War es als Einkaufshilfe für Händler oder gar den Werktätigen selbst gedacht? Wohl kaum, wie schon der Hinweis auf den ersten Fünfjahrplan (1951–1955) im
Plakattext verrät: Im Zeichen der zunehmend zentralistisch gelenkten Planwirtschaft wurden jeder einzelnen Institution Planziele gesetzt. Auf diese Weise zeigte der
1948 von dem Bauhaus-Architekten Mart Stam gegründete Ausbildungsgang „Industrielle Formgebung“ sein Profil zwischen internationaler Moderne und
sozialistischer Gesellschaft: Hochwertige Industrieprodukte, die für jedermann - „die Werktätigen“ – erschwinglich sein sollten. Ein Institut, das
zwischen den Künstlern der Hochschule und der politisch geforderten Nützlichkeit vermitteln wollte.
Diese modernen Entwicklungen wurden allerdings bald von der antiwestlichen Formalismus-Politik der SED verhindert. 1952 wurde das Dresdner Institut geschlossen. Die
offizielle Politik forderte im folgenden Jahrzehnt die Orientierung an Volkskunst und Handwerk statt an preiswerter Serientauglichkeit. Und so konnten die
Formgestalter der DDR erst gegen Ende der 1950er Jahre wieder international auf sich aufmerksam machen.
Johanna Sänger
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Faltblatt von 1951. Gegenstände illustrieren einen programmatischen Text zur Rolle der Produktgestaltung in der frühen DDR.
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5-Liter-Kanne für Kindergärten, entworfen von Margarete Jahny als Studienarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 1951
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