05/2011

 

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Infothek Bonn

 

„Als Journalistin bin ich tatsächlich immer Zeitzeugin gewesen“

Es hatte einen guten Grund, warum die ehemalige ZDF-Korrespondentin Fides Krause-Brewer (2. v.re. vorn) ihr neues Buch „Journalistin ist man immer. Meine Erinnerungen an das 20. Jahrhundert“ am 6. Oktober 2011 gerade im Haus der Geschichte in Bonn vorstellte. Die Autorin erklärte in ihrer unverwechselbaren Art, Zusammenhänge für jeden verständlich auf den Punkt zu bringen: „Ich hatte die Möglichkeit, bei vielen wichtigen politischen Ereignissen dabei zu sein und sie mitunter hautnah zu verfolgen; und ich legte Zeugnis ab von dem, was ich sah und erlebte.“ Somit habe Krause-Brewer als Zeitzeugin im doppelten Sinne ein Buch der erforschten, erlebten und gestalteten Geschichte geschrieben, meinte Prof. Dr. Ursula Lehr. Die ehemalige Bundesfamilienministerin sprach mit Fides Krause-Brewer über ihr Leben im 20. Jahrhundert, in dem sie es als erste Frau in den Medien bis zur Wirtschaftskorrespondentin beim ZDF gebracht hatte. Über 35 Jahre lang begleitete die Journalistin die politischen Entwicklungen der Bundesrepublik und lernte Politiker wie Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Franz Josef Strauß oder Helmut Schmidt kennen.

Als „Institution“ hatte sie Norbert Blüm einmal bezeichnet - wer sich selbst nicht mehr an Fides Krause-Brewer als Garant für niveauvolle politische Berichterstattung erinnert, wird durch die Lektüre ihres Buches nachvollziehen können, was Blüm damit meinte.

Ulrike Zander

Der Kanzlerbungalow und die Musik

Musik spielte im Kanzlerbungalow von jeher eine große Rolle: Ludwig Erhard und seine Amtsnachfolger luden mehrfach zu Konzerten ein, bei denen unter anderen Emil Gilels und Mstislaw Rostropowitsch auftraten. Helmut Schmidt hatte am musikalischen Leben im Kanzlerbungalow besonderen Anteil. Er war ein exzellenter Pianist, der nicht nur Gäste zu Konzerten in den Kanzlerbungalow einlud, sondern auch selber musizierte und sogar Schallplatten mit Pianisten wie Christoph Eschenbach oder Gerhard Oppitz aufnahm. Seit der umfassenden Sanierung des Kanzlerbungalows im Jahr 2009 veranstaltet das Beethoven Orchester Bonn in Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an diesem historischen Ort Kammerkonzerte mit internationalen Spitzenensembles. Am 9. November 2011 wurde im Kanzlerbungalow an den 22. Jahrestag des Mauerfalls erinnert. Zu Gast war das Nash Ensemble of London, das Werke von Alexander Borodin, Antonín Dvorák und Johannes Brahms spielte.

> www.beethoven-orchester.de


Markus Reifenberg