3/2008

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 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

Infothek Bonn

 

Neue Kuratoriumsvorsitzende

Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel ist am 10. Juni 2008 vom Kuratorium der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einstimmig zur Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt worden. Im Kuratorium wirken Vertreter des Bundestages, der Bundesregierung und der Bundesländer mit. Das Gremium beaufsichtigt die Arbeit der Stiftung, entscheidet über Grundlinien des Programms, beruft die wissenschaftlichen Mitarbeiter und stellt den Haushalt fest. Die Ministerialdirektorin ist seit Februar 2008 Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann MdB. Die Juristin war zuvor in leitender Funktion beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus tätig.

Zu ihrer Wahl erkärt Berggreen-Merkel: „Es ist mir eine große Freude, dem Kuratorium der Stiftung vorzustehen. Gemeinsam mit den Gremien der Stiftung sowie dem Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Hans Walter Hütter, werde ich alles daran setzen, die erfolgreiche Arbeit der Stiftung an ihren drei Standorten in Bonn, Leipzig und Berlin tatkräftig zu unterstützen.“

Peter Hoffmann

Kanzler und Minister

Mit dem historisch-politischen Lexikon „Kanzler und Minister 1998 – 2005“ haben die Herausgeber Udo Kempf und Hans-Georg Merz nach dem 2001 erschienenen ersten Band „Kanzler und Minister 1949 – 1998“ ein weiteres biografisches Lexikon der deutschen Bundesregierungen vorgelegt. Gemeinsam mit dem früheren Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Dr. Norbert Blüm stellte Udo Kempf das neue Nachschlagewerk am 3. Juni 2008 im Haus der Geschichte in Bonn der Öffentlichkeit vor. Blüm unterstrich als Zeitzeuge der Regierung Kohl, dass es vor allem die Menschen und deren persönliche Leistungen seien, die neben den verfassungsmäßigen Strukturen und gesellschaftlichen Sachzwängen Politik gestalteten. Darin liege die Bedeutung des Lexikons, das er als „verkörperte Zeitgeschichte“ empfahl.

Ulrike Zander

Musik und Macht

Im Herbst 2008 treffen in Bonn Beethoven und Schlager aufeinander – eine explosive Begegnung, deren Sprengkraft das Beethovenfest Bonn, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Haus der Geschichte nutzen wollen. Unter dem Titel „Musik und Macht im 20. Jahrhundert“ findet am 17. September 2008 ein Symposion statt, das die Verbindung von Musik und Macht im 20. Jahrhundert in Deutschland beleuchtet. Diesem Thema widmet sich auch eine Filmreihe, die am 4. September um 19.30 Uhr mit einer Dokumentation zu Beethovens 9. Sinfonie startet.

Weitere Informationen unter www.musikundmacht.de

Annette Semrau

Die europäische Perspektive

„Wie schön ist es, in Bonn zu sein“, eröffnete der Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, seinen Vortrag am 29. Mai 2008 im Haus der Geschichte. Denn: „In Bonn herrscht ein guter europäischer Geist, und Europa beginnt dort, wo wir zu Hause sind“, so Pöttering weiter. Die kommunale Identität bilde die Grundlage für das komplexe Geflecht der Europäischen Union.

Seit 1979, als das Europäische Parlament erstmalig von den Bürgern der Europäischen Gemeinschaft direkt gewählt wurde, sei vieles Wirklichkeit geworden, von dem man damals nur als Vision gesprochen habe. Seit 2007 gehören 27 Staaten – davon viele ehemalige Ostblock-Staaten – einer europäischen Wertegemeinschaft an, in der Menschenrechte, Solidarität und die Würde des Menschen die Voraussetzung des täglichen Handelns bildeten. Diese Werte seien erstmalig im Reformvertrag von Lissabon verankert. Für seine kritische, aber konstruktive Begleitung des europäischen Prozesses erhielt der ehemalige Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers, Joachim Westhoff, die Europamedaille.

Ulrike Zander

„Schaltzentrale der Macht“

Der historische Speisesaal des Palais Schaumburg bildete am 22. April 2008 die Kulisse für einen Gesprächsabend, zu dem das Haus der Geschichte in Zusammenarbeit mit der VHS Bonn zwei prominente Zeitzeugen eingeladen hatte. Hans Neusel (Foto l.), von 1966 bis 1969 persönlicher Referent von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, später Chef des Bundespräsidialamtes und Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sowie Dr. Manfred Schüler (Foto r.), von 1974 bis 1980 Chef des Kanzleramts unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Im Palais Schaumburg, dem ehemaligen Amtssitz der Bundeskanzler Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt und Schmidt, gaben die Zeitzeugen unter der Moderation von SPIEGEL-Redakteur Dr. Klaus Wiegrefe (Foto M.) spannende Einblicke in das Regierungshandeln der Amtsinhaber: „Fünf bis sechs Geheimdienste – neben dem der DDR auch solche aus westlichen Staaten – hatten uns ständig unter Kontrolle,“ stellten sie übereinstimmend fest. Hans Neusel erinnerte sich an seinen ersten Besuch im Palais Schaumburg noch genau: „Es herrschte eine besondere Aura.“ Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte auf der hinteren Treppe eine japanische Ritterrüstung aufgestellt. „Man beeilte sich, an ihr vorbeizukommen“, erklärte Neusel. Im Herbst wird die Reihe „Zeitzeugengespräche an historischen Orten“ im Plenarsaal des Bundesrats in Bonn fortgesetzt.

Judith Koppetsch

„Die Sitzung ist eröffnet“

„Es ist mir eine Ehre, diesen Platz einzunehmen, auf dem schon so viele wichtige Politiker saßen“, erklärte „Bundesratspräsident“ Sascha Böttger feierlich. Er ist Schüler der 9. Klasse der Gesamtschule Bad Godesberg und leitete im Mai 2008 einen Vormittag lang die „Plenarsitzung“ des Bundesrates. Seine Mitschülerinnen und Mitschüler diskutierten ebenso wie die 9. Klasse der Realschule Medinghoven den Gesetzentwurf „Ausländer, die länger als drei Jahre dauerhaft in Deutschland leben, sollen das kommunale Wahlrecht erhalten“. Dabei vertraten sie mit großem Engagement die angenommenen Positionen der 16 Bundesländer. Nach der ausführlichen Debatte ergab die abschließende Abstimmung einen Kompromiss: „Ausländer erhalten nach fünf Jahren in Deutschland das kommunale Wahlrecht“, entschieden die jugendlichen „Ländervertreter“.

Das Rollenspiel ist Teil des neuen Projektes „Die Sitzung ist eröffnet. Schülerinnen und Schüler tagen im Bundesrat Bonn“, das die Stiftung Haus der Geschichte anbietet. Das Konzept entstand in enger Kooperation mit der gemeinnützigen Hertie-Stiftung als Träger des Bundeswettbewerbs „Jugend debattiert“. Den historischen Ort zu erleben und die Arbeit des Bundesrats kennen zu lernen, steht dabei im Zentrum.

Gundula Klein

Museumsmeilenfest 2008

Singen, Tanzen, Mitmachen: Im Zeichen des Schlagers stand das Programm im Haus der Geschichte beim Museumsmeilenfest 2008. Das musikalische Highlight war vor allem für die kleinen Besucher Detlev Jöcker, erfolgreicher Komponist und Sänger von Kinderliedern. Am 22. Mai 2008 gab er im Haus der Geschichte ein Konzert für die kleinen Museumsmeilenfestteilnehmer, die ihm begeistert zujubelten. „Hier finde ich eine ideale Atmosphäre für meine Lieder“, so Jöcker, der sich freute, dass seine kleinen Fans seine Lieder ebenso genossen wie den Museumsbesuch. Weitere Höhepunkte des Museumsmeilenfestes im Haus der Geschichte waren die übertragung des Eurovision Song Contest sowie der Auftritt der Gruppe „sing bar sing“.

Ulrike Zander

Internationaler Museumstag

Rund 6.000 Museen in Deutschland beteiligten sich am diesjährigen Internationalen Museumstag am 18. Mai 2008. Auch das Haus der Geschichte stellte sein Programm unter das Motto „Museen und gesellschaftlicher Wandel“. Die Teen Group des Hauses, in der Jugendliche Einblick in die Museumsarbeit erhalten, informierte die Besucher an „Ask-Me-Stationen“ über spezielle Ausstellungsobjekte. In der Wechselausstellung „Melodien für Millionen“ erklärten Mitglieder der Teen Group, wie die Nationalsozialisten den Volksempfänger als „Massenbeeinflussungsmittel“ nutzten.

Alle zwei Wochen trifft sich die Teen Group im Haus der Geschichte. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Kontakt: klein@hdg.de

Julia Brüggemann

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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