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Infothek Leipzig |
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Besondere Verdienste
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Für sein besonderes Engagement bei der Dokumentation, Erinnerung und Aufarbeitung
der DDR-Geschichte erhielt der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig,
Prof. Dr. Rainer Eckert, am 31. Mai 2008 die Sächsische Verfassungsmedaille.
Der Präsident des sächsischen Landtages, Erich Iltgen, begründete die besondere Auszeichnung
unter anderem damit, dass das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig ein wichtiger
Ort lebendigen Erinnerns mit überregionaler Strahlkraft sei. Weiterhin hob er Eckerts
große Verdienste um die friedliche Revolution 1989 sowie sein stetiges Engagement als
Historiker für die politisch Verfolgten und Unterdrückten des DDR-Sozialismus hervor.
Auch sein Einsatz gegen eine Verharmlosung und Rechtfertigung der SED-Diktatur sei Anlass
für diese Auszeichnung des Freistaates Sachsen.
Ulrike Zander
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„Honecker-Koffer“ in Leipzig
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Das Privatleben der hohen Funktionäre war in der DDR-Öffentlichkeit tabu. Während
die Presse der Bundesrepublik Deutschland persönliche Details von Politikern ausführlich
ausbreitet, gab es in den staatlich gelenkten Medien der DDR keine Berichterstattung
über die Familien, Vorlieben oder Freizeitbeschäftigungen der Parteispitzen. Vor diesem
Hintergrund löste die Präsentation der „Honecker-Koffer“ im Zeitgeschichtlichen
Forum Leipzig vom 22. Mai bis 8. Juni 2008 ein großes Echo bei Medien und Besuchern
aus. Über 4.000 Interessierte nutzten die Gelegenheit, hinter die staatsmännische
Fassade des Ehepaars Honecker zu blicken. Die Koffer, in denen Erich und Margot
Honecker private Dokumente und Fotos aufbewahrt hatten, blieben bei der Flucht
1991 in Deutschland zurück. 2002 erwarb sie das Magazin „Focus“ und schenkte sie der
Stiftung Haus der Geschichte, die sie zunächst in Bonn ausstellte. In Leipzig interessierten
sich die Besucher besonders für einige noch nachträglich in die Koffer gelangten Briefe,
welche die Honeckers aus Moskau an ihre Verwandten in Berlin schrieben. Sie offenbaren,
dass beide keinerlei Schuldbewusstsein hinsichtlich der SED-Diktatur und ihres Endes
1989 hatten. Auf dem Haftbefehl, der ihm die Todesschüsse an der Mauer zur Last legte,
notierte Erich Honecker sogar ausdrücklich: „Stimmt nicht!“
Daniel Kosthorst
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Macht und Medien
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„Der politische Skandal und die Rolle der Medien“ war das ebenso unterhaltsame wie
nachdenklich stimmende Thema einer Diskussionsrunde im Zeitgeschichtlichen Forum
Leipzig. Bei der Kooperationsveranstaltung des Hauses mit dem Deutschlandfunk und
der Leipziger Volkszeitung trafen der Publizist Günter Wallraff, die Ministerpräsidentin a.D.
Heide Simonis, der langjährige Stern-Mitarbeiter Michael Seufert und Michael Haller,
Professor für Journalistik, unter der Moderation von Rainer Burchardt, Professor für
Medienkunde, zusammen, um über Macht und Machtmissbrauch der Medien zu diskutieren.
Ebenfalls einen Teil des Begleitprogramms zur Wechselausstellung „Skandale in
Deutschland nach 1945“ in Leipzig stellten die im Juni und Juli 2008 präsentierten
Filme dar: „Der Sohn des Staatsfeindes. Die gestohlene Kindheit des Christian
Dertinger“ und „Schicksalstage: Sebnitz – die perfekte Story“.
Außerdem wird am 18. September 2008 das Podiumsgespräch „Persönlich habe
ich mir nichts vorzuwerfen“ mit dem Autor Michael Philipp politische Rücktritte
in Deutschland von 1950 bis heute aufgreifen.
Bettina Altendorf
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Grenzschranke im Museum
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Mit der Ausweitung des Schengener Abkommens auf die 2004 zur Europäischen
Union beigetretenen Länder öffneten sich am 21. Dezember 2007 die Land- und Seegrenzen
der EU zu Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien,
Tschechien und Ungarn. Dem „Schengen-Raum“ gehören nun 24 Staaten mit rund 400
Millionen Einwohnern an.
Vor allem durch den Wegfall der Pass- und Zollkontrollen sowie den Abbau von Grenzanlagen
zwischen Deutschland und Polen beziehungsweise Tschechien wurde diese
Entwicklung für die Bürger sichtbar. Eine dieser ausgedienten Grenzanlagen kam nun
als Museumsstück in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Die Grenzschranke, welche
die Bundespolizeiinspektion Klingenthal der Stiftung schenkte, markierte einst den
Grenzverlauf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik
nahe dem sächsischen Johanngeorgenstadt und dem böhmischen Jeleni (Hirschenstand).
Kornelia Lobmeier
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