1/2012

 

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Leipzig

Präsentation und Preise

www.orte-der-repression.de

Mit einem schwedischen Schiff wollte die 18-jährige Freya Klier 1968 aus der DDR fliehen – über die Ostsee. Dieser Fluchtversuch scheiterte, weil ein DDR-Matrose sie verriet. Stattdessen fand sie sich in der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wieder. Diese Erinnerungen standen der heute 61-Jährigen bei der Präsentation des neuen Internetportals „Orte der Repression“ am 15. November 2011 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig wieder lebendig vor Augen.

 

Die DDR-Bürgerrechtlerin erzählte von den Demütigungen und dem Leid während ihrer elfmonatigen Haftzeit – „schlimme und schlimmste Momente“. Unmittelbar nach dem Ende der DDR habe sie daher für sich das „11. Gebot: Du sollst Dich erinnern!“ gesetzt und sei Dokumentarfilmerin und Autorin geworden.

 

Informieren und Erinnern ist auch das Ziel des neuen Internetportals „Orte der Repression“. Die Website www.orte-der-repression.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Orte der kommunistischen Unterdrückung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR. Die Geschichte von 45 Orten der Haft, Folter und gewaltsamen Teilung Deutschlands wird damit einer breiten Öffentlichkeit vermittelt. Objekte, historische Bilder und Zeitzeugenberichte veranschaulichen auf rund 300 Internetseiten dieses schmerzhafte Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

 

Präsentation

 

Das Portal richtet sich vor allem an junge Leute, also an „jene, die diese Zeit nicht erlebt haben und Repression nicht selbst erfahren mussten“, erläuterte Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte. Zusammen mit den beteiligten Gedenkstätten hat die Stiftung das Konzept für das Portal entworfen und umgesetzt. Ausgerechnet das Internet hielt bislang über wichtige Repressionsorte und das Leid der Opfer keine fundierten Informationen bereit. „Deswegen hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann dieses Projekt initiiert und die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt“, so Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Freya Klier hielt die mehr als 100 Veranstaltungsteilnehmer bei der Präsentation in Leipzig mit ihrem Bericht über eigene Unterdrückungserfahrungen in der DDR in Atem. Das neue Portal begrüßte sie als wichtiges Projekt, denn die Geschichte der DDR-Repression sei nach der friedlichen Revolution 1989 „innerhalb kürzester Zeit durch diejenigen zurecht gelogen“ worden, die für die Unterdrückung verantwortlich gewesen seien. Nicht nur durch Zahlen und Fakten, sondern besonders durch persönliche Geschichten lasse sich eine Vorstellung davon vermitteln, was Unterdrückung und Rechtlosigkeit bedeuten würden.

 

Auszeichnungen

 

Überzeugt von www.orte-der-repression.de war auch die Jury des 23. Corporate Media. Die Medien- und Kommunikationsexperten dieses internationalen Wettbewerbs, an dem Unternehmen wie Porsche, Bayer oder Siemens teilnehmen, haben dem Internetportal „Orte der Repression“ ihre höchste Auszeichnung verliehen, den Master of Excellence. Die konzeptionelle Gesamtlösung des Portals bezeichnete die Jury sogar als „herausragend“. Zusätzlich erhielt www.orte-der-repression.de den Sonderpreis für das beste Konzept.




Internetportal www.orte-der-repression.de



Sie schalten das Portal frei (von li.n.re.): Kuratoriumsvorsitzende Ingeborg Berggreen-Merkel, Bürgerrechtlerin Freya Klier und Stiftungspräsident Hans Walter Hütter.



Bei der Präsentation des neuen Internetportals "Orte der Repression" am 15. November 2011 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.

 

 

Die Geschichte von 45 Orten der Haft, Folter und gewaltsamen Teilung Deutschlands wird auf rund 300 Internetseiten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Ruth Rosenberger