Es gibt nichts Alltäglicheres, nichts Unverfänglicheres, aber auch nichts Verbindenderes als „das Wetter“. Es hat eine beruhigende Komponente, sich nach den meist erschreckenden Nachrichten des Tages den Wetterbericht anzuhören. Das allabendliche Ritual vieler Fernsehzuschauer begann am 1. März 1960: Unter dem Titel „Das Wetter morgen“ wurde täglich im Anschluss an die tagesschau eine vom Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main produzierte Wettervorhersage gezeigt. In knapp zwei Minuten eröffnete sich dem Zuschauer die Gesamtwetterlage in Europa und eine Vorschau auf das Wetter des nächsten Tages in Deutschland.
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS),
das sich als „Schild und Schwert“ der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) empfand, war primär für die flächendeckende Überwachung und politische Repression in der DDR verantwortlich. Aber auch die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin zählten in der Zeit der deutschen Zweistaatlichkeit zum „Operationsgebiet“ des Ministeriums.