Das neue Jahr beginnt sportlich: Im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zeigt die Stiftung noch bis zum 5. April 2010 die Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“. Sie beleuchtet den Sport als Schauplatz des Ost-West-Konflikts und als Spiegel wichtiger politischer Entwicklungen der deutschen Zeitgeschichte. Ab Mitte Mai 2010 werden unsere Besucher im Haus der Geschichte in Bonn Gelegenheit haben, diese Ausstellung zu sehen.
„Die Klassenauseinandersetzung auf sportlichem Gebiet hat ein solches Ausmaß erreicht, daß prinzipiell kein Unterschied zur militärischen Ebene besteht. So wie der Soldat der DDR, der an der Staatsgrenze seinem imperialistischen Feind in der NATO-Bundeswehr gegenübersteht, so muss der DDR-Sportler in dem Sportler der BRD seinen politischen Gegner sehen.“ Kaum eine andere Verlautbarung spiegelt die politische Dimension des Sports im Kalten Krieg so deutlich wider wie dieser Beschluss des SED-Politbüros von 1968, mit dem die DDR-Athleten und die Bevölkerung insgesamt auf die Olympischen Spiele in München 1972 eingestimmt werden sollten. Während Westdeutschland sich auf „heitere Spiele“ vorbereitete, um der Welt ein modernes, friedliebendes und weltoffenes Deutschland zu präsentieren, fragte das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ unter Anspielung auf die von den Nationalsozialisten 1936 in Berlin ausgerichteten Spiele: „Ist zweimal 36 vielleicht 72?“.
Das Thema Arbeit berührt uns alle. Vor allem in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, hoher Arbeitslosigkeit und fortschreitenden Strukturwandels wird deutlich: Arbeit ist keine abstrakte ökonomische Größe. Arbeit betrifft den Menschen existenziell und beschäftigt ihn weitaus mehr als die Hälfte seines Lebens.
Rund 100 Fotografien des Ost-Berliner Fotografen Kurt Klingner präsentiert das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig in der Ausstellung „Arbeit, Alltag, Perspektiven. Fotografien aus drei Jahrzehnten DDR“, die vom 10. Dezember 2009 bis 28. Februar 2010 im Foyer des Museums zu sehen ist. Die Präsentation zeigt erstmalig Aufnahmen aus dem Nachlass Klingners, der sich in der Sammlung des Zeitgeschichtlichen Forums befindet.