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Infothek Leipzig |
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Gewalt im Fußball |
„Kategorie C“ – so bezeichnet die Polizeisprache gewaltsuchende Fußballfans, die als „Hooligans“ oder „Ultras“ bekannt sind. Ihre Motive und ihre Verhaltensregeln beleuchtet die Filmemacherin Franziska Tenner im gleichnamigen Dokumentarfilm, der am 1. Dezember 2009 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig gezeigt wurde. Am Beispiel traditionell verfeindeter Fangruppen in Leipzig geht die Autorin und Regisseurin der Frage nach, was es bedeutet, Fußball-Fan der „Kategorie C“ zu sein.
Der Film wurde im Rahmen des Begleitprogramms zur Wechselausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ präsentiert. Im Anschluss diskutierte Franziska Tenner mit den Besuchern und der Leipziger Referentin für Extremismus- und Gewaltprävention Berit Lahm über den Zusammenhang zwischen gewaltbereiten Fußballfans und Rechtsextremismus. Tenners These: Jugendliche begeistern sich zuerst für die Gewaltbereitschaft der Gruppe und erst danach für die rechts- oder inzwischen auch linksextremen politischen Ansichten.
Viktoria Ermes
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Leipziger Tourismuspreis 2009
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Die Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig
9. Oktober 1989“ ist der diesjährige Gewinner des „Leipziger
Tourismus- preises 2009”. Die Auszeichnung wurde am
25. November 2009 durch Volker Bremer, Geschäftsführer
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), bekannt
gegeben und an Prof. Dr. Rainer Eckert, Sprecher der
Initiative und Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig,
überreicht. „Wir konnten die Erinnerung an den 9. Oktober
1989, den Tag der Entscheidung, neu beleben und ihn in
diesem Jahr unter anderem durch ein Lichtfest mit 150.000
Besuchern auf dem Leipziger Ring feiern. Damit haben wir
gezeigt, wie eine Demokratie würdig mit ihrer Geschichte
umgehen kann, und die Aufmerksamkeit vieler Menschen
auf Leipzig gelenkt“, erklärte Eckert. Vertreter verschiedener
Leipziger Institutionen, unter anderem des Zeitgeschichtlichen
Forums Leipzig, der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen
und des Stadtgeschichtlichen Museums, engagieren
sich in der Initiative, die mit dem Tourismuspreis 2009 ausgezeichnet
wurde.
Viktoria Ermes
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Täglich 5.000 Kniebeugen in der Gefängniszelle |
„Mit etwas mehr Anpassung hätte Wolfgang Lötzsch seinen
Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen
und der Tour de France verwirklichen können“, erinnert sich
der ehemalige Stasi-Leiter der Abteilung für Kultur, Kirche,
Untergrund und Sport Heinz Engelhardt im Dokumentarfilm
„Sportsfreund Lötzsch“. Das Zeitgeschichtliche Forum
Leipzig zeigte den Film am 8. Dezember 2009 im Rahmen
des Begleitprogramms zur Ausstellung „Wir gegen uns.
Sport im geteilten Deutschland“. In einem anschließenden
Gespräch war der Protagonist Wolfgang Lötzsch zu Gast,
der Anfang der 1970er Jahre als größtes Radsporttalent der
DDR galt. Der damals 19-jährige Chemnitzer träumte von
einer Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in
München. Lötzsch hatte sich jedoch mehrfach geweigert,
der SED beizutreten und geriet ins Visier der Staatssicherheit.
Trotz seiner außergewöhnlichen Begabung wurde
Lötzsch aus der Nationalmannschaft und vom Sportfördersystem
der DDR ausgeschlossen. 1976 verbrachte er wegen
„Staatsverleumdung“ zehn Monate im Gefängnis. Im Podiumsgespräch
mit dem Sportchef der Leipziger Volkszeitung
Winfried Wächter berichtete Lötzsch von seinen Trainingseinheiten
in der Gefängniszelle. Täglich absolvierte er 5.000
Kniebeugen und 500 Liegestützen. „Ich habe immer nur für
meinen Sport gelebt; Politik hat mich damals einfach nicht
interessiert“, erklärte der Sportler. Nach seiner Entlassung
aus dem Gefängnis fuhr Wolfgang Lötzsch für eine Betriebssportgemeinschaft
viele Siege ein und deklassierte die staatlich
geförderte Sportelite. An internationalen Wettkämpfen
nahm er nie teil.
Eike Hemmerling
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Wegsperren kann keine Lösung sein
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Zur Schaffung eines „neuen Menschentyps“ in der DDR nutzte das SED-Regime ein breites Netz von Jugendhilfe und Heim- erziehungseinrichtun- gen. Jugendlichen, die politisch oder sozial „auffällig“ geworden waren, stand der Weg durch verschiedene Disziplinierungseinrichtungen bis in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau bevor. Hier wurden sie bis zu sechs Monate unter unmenschlichen Bedingungen interniert. Dem Thema „Jugendwerkhöfe in der DDR“ widmeten sich am 21. Januar 2010 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zwei Veranstaltungen. Im Rahmen eines Schülerprojekttags diskutierten Jugendliche nach der Vorführung des Films „Schlimmer als Knast“ und einer Lesung aus dem Jugendbuch „Weggesperrt“ mit der Autorin Grit Poppe und dem Zeitzeugen Stefan Lauter. Nach einer zusätzlichen öffentlichen Lesung am Abend – moderiert von
einem Mitarbeiter der heutigen Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof – beantwortete Lauter vor allem Fragen zur Entschädigung ehemals Internierter.
Christina Hahn
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