In Bonn zählte die Ausstellung „man spricht
Deutsch“ mit rund 109.000 Besuchen zu den
Höhepunkten 2008/2009. Das Kooperationsprojekt
zwischen der Stiftung Haus der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
und dem Goethe-Institut geht nun auf Wanderschaft,
um auf der ganzen Welt für die
deutsche Sprache zu werben. Vom 7. Januar
bis zum 11. Februar 2010 war die Ausstellung
in Paris zu sehen.
Nicht ohne Grund zeigt das Goethe-Institut
Paris die Ausstellung „man spricht Deutsch“
im Januar: Dieser Monat nimmt in den
deutsch-französischen Beziehungen eine besondere
Rolle ein. Aus Anlass des 40. Jahrestages
des Élysée-Vertrages im Januar 2003
hatten Bundeskanzler Gerhard Schröder und
Staatspräsident Jacques Chirac den 22. Januar
zum „Deutsch-Französischen Tag“ erklärt.
Seitdem finden jedes Jahr in Frankreich
und in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen
und Aktivitäten in Schulen, Universitäten
und öffentlichen Einrichtungen statt, die für
die Partnersprache und -kultur werben. Im
Sekundarschulbereich lernen in Frankreich
immerhin mehr als 820.000 Schüler Deutsch.
Die Goethe-Institute in Frankreich bieten
daher besondere Ausstellungen, Filme oder
Lesungen an, denn die Nachfrage seitens der
Deutschlehrer ist groß. Die multimediale und
interaktive Ausstellung „man spricht Deutsch“
eignet sich im besonderen Maße, die französischen
Schüler für die deutsche Sprache zu
interessieren.
Spannender Deutschunterricht
Sprache ermöglicht menschliche Verständigung,
sie vermittelt Traditionen, Kultur
und Wissen. Die Ausstellung „man spricht
Deutsch“ lädt dazu ein, die deutsche Sprache
der Gegenwart zu entdecken: Vielseitig, ausdrucksstark
und wandlungsfähig bildet sie ab,
wie wir leben und denken.
An der Ausstellungseröffnung am 6. Januar
2010, die mit einem Neujahrsempfang
verbunden war, nahmen neben zahlreichen
Gästen Bernard Pignerol, Leiter des Büros für
Internationale Beziehungen des Pariser Bürgermeisters
Bertrand Delanoë, Vertreter des
französischen Bildungsministeriums und anderer
europäischer Kulturinstitute sowie der
tschechische Botschafter Pavel Fischer teil,
der seit einigen Monaten im Goethe-Institut
Paris Deutsch lernt.
Unmittelbar nach der Ausstellungseröffnung besuchte die erste
Schulklasse die Präsentation.
Die 14-jährigen Schüler aus dem Collège
Saint-Joseph, die erst seit einem Jahr Deutsch
lernen, lösten mit Begeisterung die Aufgaben
zu den verschiedenen Themenbereichen.
Besonders interessant fanden sie die
SMS-Abkürzungen und die Homonyme. Ihre
Lieblingswörter sind „Fußball“ und „heiß“,
da es im Französischen kein ß gibt – und genau
das ist spannend. Die Ausstellung ist besonders
für Schüler geeignet, da sie auch auf
die Jugendsprache eingeht: Jugendliche entwickeln
einen eigenen Wortschatz. Von den
Erwachsenen wollen sie sich abgrenzen und
Gruppenzugehörigkeit demonstrieren. Jede
Generation hat ihre eigene Jugendsprache.
Keine Variante des Deutschen ist so kurzlebig,
wandlungsfähig und flexibel. Typisch für
die Sprache der Jugend sind Worterfindungen
und Bedeutungsverschiebungen.
Als nächstes wandert die Ausstellung weiter
nach Lissabon, wo sie den Portugiesen die
deutsche Sprache näher bringen wird.
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