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Palais Schaumburg
Vor über 150 Jahren erbaut, von Unternehmern, Prinzen und Soldaten bewohnt, war die weiße Villa am Rhein ab 1949 als Sitz des Bundeskanzlers über viele Jahrzehnte Schaltzentrale der politischen Macht. Heute ist sie Bonner Dienstsitz der Bundeskanzlerin.

„stop! Ich habe das nicht angeordnet.“
Bevor Bundeskanzler Konrad Adenauer in das Palais Schaumburg einziehen konnte, musste das Gebäude umfangreich renoviert werden. Diese Aufgabe übernahm der Düsseldorfer Architekt Hans Schwippert, der bereits das Bonner Bundeshaus mit Bundestag und Bundesrat umgebaut hatte. Schnell zeigte sich, dass die Vorstellungen Adenauers und Schwipperts über die Gestaltung weit auseinander klafften.

Von Kugeln und Kanzlerbäumen
„Bonn ohne Boccia“ titelte die Tageszeitung Die Welt, als im Sommer 1978 Konrad Adenauers Bocciabahn im Park des Palais Schaumburg beseitigt wurde. Da sie kaum noch benutzt worden und die Holzumrandung zunehmend verrottet war, wurde sie herausgerissen und an ihrer Stelle frischer Rasen gesät. 20 Jahre zuvor hatte Bundeskanzler Adenauer – während eines Italienurlaubs zum begeisterten Anhänger des Kugelspiels geworden – den Entschluss gefasst, im Kanzleramtspark einen Bocciaplatz anzulegen. Gesagt, getan – bereits 1960 trat er auf „eigener“ Bahn gegen den italienischen Kardinal Gustavo Testa an. Von den Vorzügen dieser Bahn konnten sich zehn Jahre später – beim ersten Tag der offenen Tür im Kanzleramt – zahlreiche Bürger überzeugen.
Vom Knarren des Parkettbodens im Adenauerzimmer
Stilvoller und authentischer konnte die neue Publikation „Palais Schaumburg. Von der Villa zum Kanzlersitz“ der Stiftung Haus der Geschichte nicht präsentiert werden: Am 22. April 2013 stellten Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Präsident der Stiftung Prof. Dr. Hans Walter Hütter den neuen „Zeitgeschichte(n)“-Band im ehemaligen Speisesaal des Palais Schaumburg vor.
